Ostern naht: Familienzeit und Osterbräuche

Osterhase, Palmbuschen und ein wenig Goethe!

Am 31. März ist es soweit, der Osterhase versteckt wieder seine bunten Nester in den Gärten, das Ende der Fastenzeit steht an und die Sonne strahlt auch endlich wieder wärmer vom Himmel. Unzählige Osterhasen, bunte Schokoeier, Plüschküken und viele weitere österlich inspirierte Leckereien hüpfen uns in jedem Supermarkt förmlich entgegen; Dabei sind so viele althergebrachte Osterbräuche und Traditionen fast gänzlich in Vergessenheit geraten.

Lassen wir also in Vorbereitung auf das nahende Osterfest ein wenig Revue passieren:

Im Christentum ist Ostern die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Christi. Der bewegliche Feiertag findet immer am Sonntag, nach dem ersten Frühlingsmond, statt. Frühestens am 22. März und spätestens am 25. April.
 Vorbote unseres Osterfests ist das jüdische Pessach- oder Passahfest. Die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei durch Gott wird an diesem Tag gefeiert.

Ostern beginnt bereits mit der Weihung des Osterfeuers und das Entzünden der Osterkerze in der Osternacht. Da Jesus das Licht der Welt symbolisiert, ist dieser Brauch einer der bedeutendsten. Der ursprünglich heidnische Brauch, zur Austreibung des Winters, wurde von der Kirche übernommen: Das Feuer symbolisiert Jesus als Licht der Welt. Deshalb wird nach dem Entzünden der Osterkerze drei Mal „Lumen Christi“ (Licht Christi) gesungen, bevor man in die noch dunkle Kirche zurückkehrt.

Das Speisenweihen bei der Auferstehungsfeier oder der Ostersonntag-Messe ist ein ebenso bekannter Brauch. Bereits seit 1000 Jahren lässt man Fleisch, Milch, Käse, Butter und Brot segnen, da die Fastenzeit endlich vorbei ist und man wieder alles essen darf.

Ostereierbemalen - oder mit Wachs beträufeln und natürlich: österliches Eier "pecken"!

Für die Kinder ist natürlich das Osternest-Suchen am Ostersonntag das krönende Highlight am Osterfest. Aber auch schon bevor sie Meister Lampe auf die Spur kommen, eignen sich die Osterbräuche bestens für familiäre Bastelstunden im Kreise Ihrer Lieben, wie etwa:

  • Gemeinsam Ostereier ausblasen und im Anschluss bemalen oder mit bunten Wachstropfen beträufeln
  • Eier färben und dem Osterhasen ein wenig unter die Arme greifen.
  • Bei den ersten Frühlingswanderungen Zweige und Blätter und erste Frühlingsblumen sammeln um den Hauch des Winters auch aus den eigenen 4 Wänden zu vertreiben.
  • Genießen Sie die wärmenden Sonnenstrahlen und besuchen Sie beim Familienausflug einfach den nächsten Ostermarkt.
  • Dekorieren Sie gemeinsam das Haus für Ostern
  • Auch gemeinsam einen Palmbuschen basteln, ist eine schöne Tätigkeit für das Einstimmen auf Ostern

Übrigens: ein sehr dekorativer Brauch dieser Palmbuschen! Immer Grün, reich verziert mit farbenprächtigen, ausgeblasenen und charmant verzierten Eiern und bunten Bändern behängt. Aber wo hat der Palmbuschen eigentlich seinen Ursprung?
 Am Palmsonntag (der letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern) hieß das Volk Jesus mit Palmzweigen in Jerusalem willkommen. Palmzweige symbolisieren Leben, Sieg und Unabhängigkeit.

Da bei uns jedoch keine Palmen wachsen, verwendet man für einen traditionellen Palmbuschen verschiedene Kräuter, Pflanzen und Hölzer. Sammeln Sie Palmkätzchen, Haselzweige, Eiben, Stechpalmenzweige, Weiden, Wachholder, Bux oder Tujen bei einem Spaziergang, oder erwerben Sie das was Sie nicht finden einfach auf dem nächsten Blumenmarkt.
 Die einzelnen Zweige bindet man mit Blumendraht zusammen - mancherorts nimmt man je drei Zweige für einen „richtigen“ Palmbuschen - und wickelt den Busch um einen Holzstiel.

Bunte Bänder und die selbst-ausgeblasenen und liebevoll verzierten Eier bringen ein bisschen Farbe in Ihren Palmbuschen. Anschließend geht’s zur Palmweihe. Die Palmenweihe stammt übrigens von den heidnischen Osterbräuchen und soll das Haus vor Blitz und Feuer schützen. Viele Bauern stellen je einen Buschen auf den Dachbboden, in den Herrgottswinkel und auf die Felder, damit diese fruchtbar bleiben.
Der getrocknete Palmbuschen wird dann in den Rauhnächten verbrannt.

Natürlich gibt es noch weit mehr Osterbräuche, aber eins ist klar: Ostern bietet jede Menge Gelegenheit wertvolle Stunden mit der Familie zu verbringen, drinnen wie draußen, sofern uns das Wetter gnädig ist.

Bereits Goethe riet uns schon an Ostern hinaus in die Natur zu gehen und rief mit seinen berühmten Gedicht zum Osterspaziergang auf:

Faust.
Vom Eise befreyt sind Strom und Bäche, Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Thale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,

Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur; Aber die Sonne duldet kein Weißes,

Ueberall regt sich Bildung und Streben, Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür. Kehre dich um, von diesen Höhen

Nach der Stadt zurück zu sehen. Aus dem hohlen finstern Thor Dringt ein buntes Gewimmel hervor. Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feyern die Auferstehung des Herrn,

Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, Aus Handwerks- und Gewerbes Banden, Aus dem Druck von Giebeln und Dächern, Aus der Straßen quetschender Enge,

Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge Durch die Gärten und Felder zerschlägt, Wie der Fluß, in Breit’ und Länge,

So manchen lustigen Nachen bewegt, Und, bis zum Sinken überladen Entfernt sich dieser letzte Kahn. Selbst von des Berges fernen Pfaden Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel, Hier ist des Volkes wahrer Himmel, Zufrieden jauchzet groß und klein:
 Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s seyn.

Und mit diesen wunderschönen Worten Goethes, wünscht Ihnen die Wandern.Com Redaktion: Schöne Ostern und fröhliches Eier "pecken"!

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