Rügens Kronjuwel – der Nationalpark Jasmund

Eine kleine Halbinsel im Nordwesten Rügens ist für Besucher ein Fenster in die Vergangenheit Deutschlands.

Vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns liegt Rügen. Ganz im Nordwesten der bekannten Urlaubsinsel liegt die Halbinsel Jasmund, die über die Rügenbrücke und den Rügendamm mit dem Festland verbunden ist.

Um die einzigartigen geologischen Formationen und die reiche Tier- und Pflanzenwelt von Jasmund zu schützen, wurde 1990 der Nationalpark Jasmund gegründet. Obwohl er  flächenmäßig der kleinste Nationalpark Deutschlands ist, findet man hier eine unglaublich große Vielfalt an Landschaften von saftigen Wiesen über die beeindruckende Steilküste bis hin zu Trockenrasen und Mooren.

Ein atemberaubendes Zeugnis gewaltiger Veränderungen – ein Blick zurück in die Erdgeschichte.

Die Gesteinsschichten unter unseren Füßen sind wie ein geologisches Tagebuch, das uns von den Veränderungen und Ereignissen der vergangenen Jahrtausende erzählen kann. Dieses Gestein ist für uns allerdings meistens nur schwer zugänglich und ist mit Erde, Vegetation und natürlich menschlichen Bauwerken bedeckt.  Dort wo die verschiedenen Gesteinsschichten sichtbar werden, spricht man von einem Aufschluss. Die Kreideküste Jasmunds, die auch heute noch aktiv ist und sich durch Erosion ständig weiter verändert, ist der umfangreichste aber auch bedeutendste Aufschluss Deutschlands. Die immer wieder stattfindenden, oft geradezu spektakulären, Felsabbrüche entlang der Küste von Jasmund ermöglichen Geologen einen tiefen Einblick in die Entstehung von Rügen und in die gesamte Erdgeschichte Deutschlands.

Zu Besuch in einer der bedeutendsten Naturlandschaften Deutschlands.

Beim Wandern durch den Nationalpark kann man die Fauna und Flora der Halbinsel hautnah erleben. Verschiedenste Biotope von Quellen und Bächen, Blockstränden bis hin zu den typischen Steilufern und weitläufigen Wäldern können auf Jasmund erkundet werden. Prägend für den Nationalpark sind die alten, unberührten Buchenwälder, die 2011 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden sind. Eine Auszeichnung, die Jasmund nicht nur weltweit bekannt gemacht hat, sondern auch die Arbeit des Nationalparks zum Erhalt dieses einzigartigen Naturschatzes wesentlich aufwertet.

Unberührte Natur erleben.

Wer Jasmund besuchen möchte, auf den wartet ein gut ausgebautes Netz von Wander-, Reit- und Radwegen, durch das man praktisch das gesamte Gebiet des Nationalparks bequem erkunden kann. Das Wegenetz führt zu den schönsten Plätzen auf Jasmund wie etwa dem 120 Meter hohen Königsstuhl, aber auch zu einer Vielzahl an Beobachtungs- und Informationspunkten. Heißer Tipp: Von Ostern bis Ende Oktober gibt es täglich kostenlose, geführte Wanderungen!

Redaktion
Autor: Redaktion