Tour auf den Hochschober / Schobergruppe / Hohe Tauern / Osttirol

Tag 1: Vom Parkplatz Seichenbrunn über die Lienzer Hütte zur Hochschoberhütte

Von Lienz aus Richtung Iselsberg führt eine Straße ins Debanttal. Zunächst ist es eine asphaltierte Straße und dann folgt man einer gut ausgebauten Schotterstraße tief ins Debanttal bis man etwa 300 hm unterhalb der Lienzer Straße den kostenfreien Parkplatz Seichenbrunn erreicht.

Unser ersten Ziel bzw. Kaffeestop ist die Lienzer Hütte, die wir nach etwa  40 Minuten zügigem Gehen auf der Forststraße dann auch erreichen. (Nebenbei gibt es auch einen Naturlehrpfad, der sich idyllisch am Bacherl entlangschlängelt. Wir wählten den etwas kürzeren Weg über die Forststraße.)

An der Lienzer Hütte (1977m) angekommen, werden wir dann auch gleich von der Hüttenwirtin Bernie herzlichst begrüßt und wir genießen unseren „verdienten Kaffee“ auf den gemütlichen Bänken in der Sonne. Die Lienzer Hütte bietet einiges Sehenswertes, neben dem Wahnsinns-Panorma auf zB die Glödis (3206m) und  andere Gipfel finden sich hier bemerkenswert viele Beschäftigungsaktivitäten für Kinder (zB Kinderspielplatz etc).

Nach einer guten ½ Std Kaffeepause machen wir uns wieder auf den Weiterweg Richtung Hochschöberhütte übers Leibnitztörl (2591m).

Unterwegs treffen wir auf Robert, einen fast blinden 84jährigen Kriegsveteranen, der uns einige kurze Geschichten aus seiner Zeit im 2.Weltkrieg in diesem Gebiet erzählt. Nach einem kurzen Einblick in eine andere Zeit verabschiede ich mich mit einem Busserl und wir wandern weiter mit dem Wissen, dass wir froh sein sollen, dieser  wunderschönen Berglandschaft unter anderen Bedingungen begegnen zu dürfen.

Nach dem Erreichen des Plateaus mit dem Gartlsee kommen wir endlich zum Leibnitztörl, wo sich eine Wahnsinns-Aussicht zur Hochschoberhütte auftut.

Nun nur noch gute 250hm zur Hütte absteigen. Eine steilere Wegstelle, gut durch Drahtseile und Holztritte gesichert, einige Serpentinen und 2-3 Wasserquerungen später sind wir dann auch schon da.

Gut 2 ½ Std brauchten wir zur Hochschoberhütte (2322m), wo uns auch schon der Hüttenwirt Harry, ein alter Bekannter meiner Begleiter,  sehnlichst erwartete. (Eigentlich wollten wir schon am Vortag über das Leibnitztal zur Hütte aufsteigen, mussten aber aufgrund einer Straßensperre umdisponieren und von der anderen Seite anreisen).

Nach einem kurzen Nickerchen von meinem Harry auf der „Hausbank“ in der Sonne und einer kleinen bierigen Stärkung erkunden wir noch etwas das Gelände Richtung Schoberlacke bevor wir gerade noch rechtzeitig die Hütte erreichen und so dem Gewitter mit Hagel gerade noch entkommen konnten. In der Hütte werden wir dann kulinarisch vom Hüttenwirten versorgt bevor wir  unser Nachtquartier in einem der  gemütlichen Zimmer beziehen.

Tag2: Über die Staniskascharte (2930m) auf den Hochschober (3242m)

Gut ausgeruht und gestärkt durch ein super Frühstück - ein selbstgemachtes Porridge vom Hüttenwirt - machen wir uns über die Schoberlacke auf zum Hochschober.

Gleich nach der Schoberlacke stoßen wir auch schon auf Schnee, der noch in rauen Mengen ab etwa 2550 Höhenmeter vorhanden ist.

Ab der Staniskascharte (2930m) wird der Schnee dann etwas mehr als knietief und wir müssen teilweise vom auf der Karte eingezeichneten Weg abweichen und schließlich sogar teilweise auf allen Vieren den Gipfelgrat erklimmen.

Dank des trotz tollen Ausblickes, der allerdings nicht das erhoffte Panorama wegen tiefliegender Wolken bot, hatte ich nicht mal Zeit weiche Knie zu bekommen, als wir den Grat entlang zum Gipfelkreuz gingen.

Als wir den Grat entlangstiegen, sahen wir gerade noch 5 andere Bergsteiger, die kurz vor uns, aber auf einer anderen Route vom  Hoschschober wieder abstiegen.

Dann nach etwa 2Std 40min Gehzeit erreichten wir das Gipfelkreuz, das aber aufgrund des vielen Schnees nur  zur Hälfte  sichtbar war. Trotzdem war es ein Hochgefühl einen von Österreichs  3000ern erklommen zu haben.

Nach einer kurzen Rast und dem natürlich wichtigen Gipfelfoto machten wir uns aufgrund aufziehender Schlechtwetterwolken auf Richtung Hochschoberhütte.

Nach kurzem Beurteilen, dass die Aufstiegsroute nicht die sicherste und schnellste Abstiegsroute ist, einigten wir uns über ein Geröll- und Schneefeld abzusteigen. Mir kam nicht nur einmal der Gedanke warum die Schobergruppe eigentlich nicht Schottergruppe benannt wurde.

Nach einem schnellen Abstieg befanden wir uns nach nicht einmal 2 Stunden schon wieder bei der Hütte, wo auch schon eine Herde Schafe auf uns warteten.

Nun hatten sich meine 2 Begleiter ihr Bier verdient und so redeten wir noch bei Bier und Apfelsaft über unsere abenteuerliche Gipfelbesteigung.

Abends fing es dann richtig stark zu regnen an, aber von drinnen aus der Hütte mit einem perfekt zubereiteten warmen Abendessen war das eher nebensächlich für uns.

Tag3: Über das Leibnitztörl (2591m) und die Lienzer Hütte (1977m) zum Parkplatz Seichenbrunn zurück

Da das Wetter entgegen aller Prognosen doch noch keinen Regen gebracht hatte, haben wir gleich nach dem Frühstück unsere 7 Zwetschken gepackt und sind dann auch gleich zum Retourweg aufgebrochen.

Leider ließ sich die Sonne nicht mehr wirklich blicken und so marschierten wir teilweise im leichten Nebeldunst über das Leibnitztörl, vorbei am Gartlsee  zur Lienzer Hütte.

Schneller als gedacht - nach etwa 1 Std 50 min - erreichten wir die Lienzer Hütte wo ich mich selbst mit einem Häferlkaffee und einem selbstgemachten Apfelstrudel belohnte.

Da das Wetter sich nicht zu bessern schien, eilten wir dann über die Forststraße zurück zum Parkplatz Seichenbrunn.

Kaum beim Auto angekommen, umgezogen und unser Zeug verstaut fing es auch schon heftig zu regnen an.

Trotz allem meinte der Wettergott es mehr als gut mit uns und erlaubte mir einen weiteren 3000er der Alpen in meine Sammlung aufnehmen zu dürfen!

Im Ganzen gesehen bemerkenswerte 3 Tage mit Wahnsinns-Eindrücken und ich werde sicher wieder in diese Gegend kommen!

Warst du auch schonmal auf dem Hochschober unterwegs? Wie hat es dir gefallen?

Vielen Dank an Caro Mörtl für diesen ausführlichen und spannenden Bericht.

 

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