Wandern an der bayerischen Donau: von Kelheim nach Weltenburg

Wandern auf geschichtsträchtigen Pfaden und Themenwegen

Der Blick auf die Wanderkarte macht eins klar: Alle Wege führen zum Kloster Weltenburg, der Benediktinerabtei  am Ufer der Donau, das als ältestes Kloster Bayerns gilt. Seit der Gründung um das Jahr 617 leben auf der von der Donau umgebenen Landzunge Mönche und seit 1050 wird dort Bier gebraut. Aber dazu später. Wir starten unsere Wanderung in Kelheim, das an der Mündung der Altmühl in die Donau liegt.

Kelheim: Heimat der Neandertaler, Kelten, Römer und Bajuwaren

In Kelheim befinden wir uns auf geschichtsträchtigem Boden. Paläontologen fanden hier Saurier, Archäologen die keltische Stadt Alkimoennis, und wir sehen einen Römerturm, während wir vom Parkplatz aus auf dem Weg zu unserem ersten Wanderziel, der Befreiungshalle, sind. Der kurze, steile Anstieg zu dem Rundbau auf dem Michelsberg wird ganz unmittelbar mit einer herrlichen Aussicht auf Kelheim belohnt. Das von König Ludwig I. von Bayern erbaute Denkmal erinnert an die Siege gegen Napoleon – ein Besuch lohnt sich, denn Architektur und Innenausstattung sind wirklich beeindruckend.

Über den Michelsberg: Keltenwälle und antike Erzschürfstellen

Von der Befreiungshalle aus wählen wir den Wanderweg Nr. II, die sogenannte Waldroute. Auf dem schattigen Waldweg geht es durch Laubmischwälder gemütlich auf dem Höhenrücken dahin – und eigentlich mitten durch eine Stadt! Denn hier befand sich mit rund 600 Hektar Fläche eine der größten keltischen Städte Europas, Alkimoennis, das von mehreren Befestigungswällen umgeben war. Heute sind die Wälle noch teilweise sichtbar und auf archäologischen Themenwegen leicht zu erwandern. Auch die einstigen Erzschürfstellen auf dem Michelsberg sind noch erkennbar.

Abstieg zur Donau und Zillenfahrt zum Kloster Weltenburg

Gemütlich steigen wir stetig zur Donau ab und genießen den traumhaft schönen Blick auf das direkt am Wasser gelegene Kloster Weltenburg. Wir setzen mit der Zille über und landen am Schotterstrand vor der altehrwürdigen Abtei. Wir wundern uns ein wenig, warum die Mönche so nah ans Wasser gebaut haben – sicherlich nicht deswegen, weil sie alle paar Jahre die durch das Hochwasser verursachten nassen Füße so schätzen. Wir betreten den Klosterhof und besichtigen die von den Brüdern Asam in prunkvollstem bayerischem Barock ausgestattete Kirche. Na ja, Geschmackssache. Das Bier im Klosterhof jedoch schmeckt allen. Wer mag, kann sich in einem eigenen Besucherzentrum über die Geschichte des Klosters und der Brauerei ausführlich informieren – und wer von Archäologie immer noch nicht genug hat, kann das hinter der Abtei gelegene Römerkastell besichtigen.

Hier haben sogar Felsen Namen: auf dem Schiff durch die Weltenburger Enge

Die Schiffsanlegestelle ist nur wenige Meter vom Kloster Weltenburg entfernt. Hier treffen Wanderer auf Stöckelschuhtouristen, und alle suchen den besten Platz auf dem Aussichtsdeck. Die beeindruckende Fahrt durch das Naturschutzgebiet Weltenburger Enge nach Kelheim dauert etwa 20 Minuten. Es geht vorbei an Felsformationen, die allesamt Namen tragen, und der Kapitän erzählt uns, wie dieser enge, schluchtige Donauabschnitt entstand. Und das ist lang her, versteht sich.

Insgesamt ist dieser Ausflug eine schöne, runde Sache, bestens geeignet für Familien mit kleinen Kindern, aber auch für Senioren. Wer mehr Kilometer zurücklegen möchte, kann einen der zahlreichen Rundwege wählen bzw. auf einem anderen Wanderweg von Weltenburg nach Kelheim zurückkehren.

Waldroute II: Gesamtlänge 5,4 km, Gesamtanstieg 180 m, Gehzeit ca. 2 Stunden

Parken vor dem Schiffsanleger Kelheim gebührenpflichtig, großer Parkplatz ein paar Meter weiter ohne Gebühr. Ergänzungsprogramm: Archäologisches Museum Kelheim.