Wer braucht schon einen Lift?

Der Wintertrend Skitourengehen

Die Anzahl der Tourengeher ist in den letzten Jahren explodiert – kein Wunder, ist es doch eine der schönsten Arten, die winterliche Bergwelt zu erkunden.

Jedes Jahr lassen sich Millionen von Skifahrern komfortabel mit maschinellen Hilfen auf den Berg transportieren. Die Lifte und Gondeln sind währenddessen – bis hin zum beheizten Sitz am Sessellift – immer bequemer und raffinierter geworden. Doch dem Skifahren ist dadurch auch ein ganzes Stück an Echtheit, an Individualität verlorengegangen. Skifahren ist heute vielerorts ein Sport, der vor allem durchs Mitfließen in der Masse definiert ist. Aber es geht auch anders. Immer mehr Menschen arbeiten sich mit eigener Muskelkraft langsam in Richtung Gipfel vor. Die Belohnung: ein einzigartiges Erlebnis, bei dem man die Natur viel direkter wahrnimmt als im Trubel der skifahrenden Massen.

Eine Herzensangelegenheit – der Aufstieg.

Im Vergleich zum normalen Aufstieg per Skilift ist das Skitourgehen in puncto Fitness natürlich weitaus wirksamer. Eine gewisse Konditionsgrundlage sollte man also im Idealfall schon mitbringen. Ansonsten kann man die Belastung durchs Tempo gut regulieren. Wenn man sich etwas Zeit beim Aufstieg lässt, hat man auch die Möglichkeit, die Natur und Tierwelt am Berg ganz anders zu erleben als der typische Liftgast. Eine gute Motivation dabei ist natürlich auch der Gedanke an die Abfahrt, die man sich selbst erarbeitet. Ob bereits präparierte Piste oder unberührter Tiefschnee – das Gefühl, dort abzufahren, wo man erst kurz zuvor mit eigener Kraft aufgestiegen ist, kann kaum mit etwas verglichen werden.

Die richtige Ausrüstung lohnt sich.

Da man sich oft für die Abfahrt durch den pulvrigen Tiefschnee entscheiden wird, ist der Tourenski von Haus aus auf solche Scheeverhältnisse spezialisiert, also tendenziell kürzer und breiter als ein normaler Alpinski. Mit der speziellen Bindung der Tourenskier steht man auch auf steilen Hängen noch bequem. Damit man beim Aufstieg nicht einfach nach hinten wegrutscht, müssen hierzu spezielle Steigfelle auf die Skier aufgezogen werden. Direkt an den Laufflächen befestigt, machen sie den Aufstieg mit parallelem Schritt überhaupt erst möglich. Unverzichtbar ist natürlich eine entsprechende Lawinenausrüstung – also hauptsächlich ein elektronisches Sende-und Suchgerät, um Verschüttete schnell orten zu können bzw. selbst schnell gefunden zu werden.

Nichts wie los auf den Berg.

Eine gute Tourenski-Ausrüstung ist nicht billig, bezahlt sich aber angesichts der ständig steigenden Kartenpreise für Skilifte praktisch von selbst. Tourengehen ist eine gute Mischung aus Wandern durch verschneite Winterlandschaften und dem Geschwindigkeitsrausch der Abfahrt. Wichtig ist aber, auf jeden Fall richtig vorbereitet zu sein und den Respekt vor der Gefährlichkeit des Berges nicht zu verlieren. Deswegen sollte man sich vorab in einem entsprechenden Fachgeschäft gründlich beraten lassen und außerdem nie alleine zu einer Tour aufbrechen – in der Gruppe machen Skitouren aber sowieso viel mehr Spaß!

 

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Autor: Redaktion