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Schloss Moosham-St. Michael

Vom Schloss Moosham nach St. Martin und St. Michael

Schloss Moosham erhebt sich mit seinen hohen Mauern und breiten Türmen auf einem felsigen Vorhügel des Mitterberges, westlich von Unternberg, über dem Murtal. Der Name der Burg stammt vom salzburgischen Geschlecht Moosham (="Mosheim)," das 1191 zum ersten Mal genannt wird. Dieser Name wiederum leitet sich von den Moorgebieten (="Moos)" des Murtales ab, er ist der früheste überlieferte deutsche Familienname im ehemals slawischen Lungau.

Der erste urkundliche Nachweis der Burganlage ist mit 1256 datiert. Nahe der Burg wurde eine römische Poststation und ein Mithrasheiligtum ausgegraben, die an einer damals strategisch wichtigen Hauptverkehrsstraße erbaut wurden, welche von Teurnia nahe Spittal/Drau über die Radstätter Tauern nach Juvavum (Salzburg) führte. 400 Jahre lang war die drittgrößte Burg Salzburgs der Mittelpunkt der erzbischöflichen Verwaltung im Lungau. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Burg Schauplatz zahlreicher Prozesse gegen Hexen, Zauberer und Bettler.

Mehrere Sagen ranken sich im Volk noch heute etwa um die „Zauberer-Jackl-Bande" oder die „Staudinger Hexe", die alle hier hingerichtet wurden. Der damalige Gerichtsdiener, allgemein unter „Schörgen-Toni" bekannt, soll schließlich vom Teufel höchstpersönlich geholt worden sein. 1886 erwarb Graf Johann Nepomuk Wilczek die baufällige Burg und gab ihr durch kostspielige Renovierungsarbeiten ihr heutiges Aussehen. Die zur Gänze entleerten Räume erhielten dabei durch Aufstellen von wertvollem Sammlergut museale Bedeutung. Heute stellt die mächtige Burganlage ein bedeutendes Schauobjekt mit architektonischem, historischem, kunstgeschichtlichem und volkskundlichem Wert dar.

Vom Schloss führt eine gemütliche, gut beschilderte Wanderung durch Wiesen und Wälder in etwa 2 Stunden nach St. Martin und St. Michael. Sie bietet sich auch bei weniger schönem Wetter an. Wir folgen dem Wegweiser vorerst entlang einer sanft ansteigenden Straße nach Westen und gehen bald unter der Bundesstraße Mauterndorf - St. Michael hindurch. Wir wandern in idyllischer, bäuerlicher Landschaft mit Wiesen, Viehweiden, Bauernhöfen und einzelnen Häusern Richtung Staig. Rastbänke säumen den Weg. Schließlich wenden wir uns nach rechts Richtung St. Martin und St. Michael und steigen, vorbei an einem Bauernhof, in Windungen hinauf. Bald zweigt in einer Rechtskurve ein kleiner Wiesenweg ab, dem wir folgen. Entlang eines alten, traditionell gefertigten Holzzaunes führt uns der eschengesäumte Pfad am oberen Rand von Wiesen entlang. An einer sumpfigen Stelle mit viel Flatterbinse sind Holzbretter gelegt.

Nun geht es durch Fichtenwald bergauf und bergab, immer wieder queren kleine Bächlein unseren Weg. Kurze Zeit begleitet uns totholzreicher und deshalb ökologisch besonders wertvoller Grauerlenwald, bevor sich wieder offene Bereiche auftun. Die einzeln stehenden uralten Fichten und Birken am Wegesrand könnten wahrscheinlich viel von der Geschichte des Lungaus erzählen. Vorbei an einem alten Stadel, einen kleinen Bach querend, lenkt der Wiesenpfad unsere Schritte nach etwa 1 1/2 Stunden Gehzeit zu einer Teerstraße. Sie begleitet uns durch eine Siedlung in Kehren talwärts.

Durch lockeren Laubmischwald und dann durch Wiesen erreichen wir schließlich St. Martin. Ein Besuch der schönen Kirche lohnt sich auf jeden Fall! Sehenswert ist etwa, der an der Südseite des Kirchturmes eingemauerte Grabstein, mit dem Doppelportrait eines römischen Ehepaares in einheimisch-norischer Tracht. An der Nordseite befindet sich ein bemerkenswerter Freskenzyklus aus der Zeit um 1380. Der spätgotische Flügelaltar des HI. Martin an der Langhauswand ist das bedeutendste Kleinod der Kirche. In etwa einer Viertelstunde sind wir im Nachbarort St. Michael. Auch das Gotteshaus von St. Michael wurde bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert lag der Ort durch die Wiederinstandsetzung der alten Römerstraße am wichtigsten Handelsverbindungsweg zwischen Venedig und Nürnberg. Dies brachte - zusammen mit dem aufblühenden Bergbau - dem Ort großen wirtschaftlichen Aufschwung. 1416 wurde St. Michael deshalb zum Markt erhoben. Auch hier finden jährlich Samsonumzüge statt, die von den Himmelsschützen, einer Bürgergarde, begleitet werden.

Quelle: LUNGAU - Wandern und Natur erleben, Ferienregion Lungau

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