Wir begehen den Leitersteig von oben herab und
lassen uns mit dem Auto zum Haslersgatter fahren. Es ist noch
zeitig im Frühjahr und das obere Stück Weg ist noch
schneebedeckt. Bis zum Speikkogel (1.100 m) geht es leicht
aufwärts durch den Wald. Am Wegrand finden wir blühende
Christrosen, Alpenglöckchen, Hundsveilchen,
Leberblümchen, Seidelbast und Lungenkraut, die sich den Weg
durchs alte Laub ans Licht gesucht haben. Auf dem Speikkogel
erwartet uns rechts der Leitersteig mit einem Warnhinweisschild auf
Abrutschgefahr. Erst mal genießen wir hier aber den Blick auf
den Kleinerberg (1.287 m), und die bunten Parageiter und
Drachenflieger, die oben ihren Flugstartplatz haben.
Wanderer überholen uns, während wir noch den am Abhang
zwischen den Steinen blühenden Enzian fotografieren. Der
Winter hat dem Steig sehr zugesetzt. Aber mit Wanderstöcken
ausgerüstet gelingt uns der Übergang durch abgerutschtes
Geröll. Man muss schon Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
besitzen, um diese anspruchsvollen Teilstücke der Wanderung
begehen zu können.
Fast immer den Blick auf den Weg gerichtet übersehen wir
beinahe den oben im Fels wachsenden Petergstamm. Ein Meer von
leuchtend gelben Blüten wächst zwischen den über uns
liegenden Felsvorsprüngen. Petergstamm ist eine Aurikelart
(Schlüsselblume), die nur auf kalkreichen Böden und
Felsgestein oberhalb 1.100 Meter vorkommt.
Nun geht es stetig abwärts auf einem Ziehweg durch viel
Hochwald und ebenso vielfältiger Flora am Wegesrand. Gemeiner
Sauerklee, Buschwindröschen, Lungenkraut und Schneerosen,
viele aufgehende Farnsorten und Wildblumen verabschieden den
Winter. Im Mayrwinkel angelangt gehen wir ziemlich müde an der
Salza entlang nach Windischgarsten zurück.