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VON MOLLN AUF DEN SCHOBERSTEIN (1.285
M)
Die Wanderung auf das Schobersteinhaus ist eine
mittelschwere Tour, für die man sich einen schönen und
warmen Tag aussuchen sollte. Den beliebten Aussichtsberg
Schoberstein im Nationalpark Kalkalpen erreicht man
über drei verschiedene Aufstiegsrouten. Wir wählten jene
über Molln. Dadurch, dass der Weg weitgehend im Wald bzw. im
Schatten führt, eignet sich die Wanderung auch für sehr
warme Tage; man muss auch nicht um sechs Uhr früh schon
losstarten, sondern kann sich bis zum späten Vormittag Zeit
lassen. Für Tier- und Pflanzenliebhaber ist der
Aufstieg über den Pranzlgraben besonders
empfehlenswert!
Zunächst fährt man mit dem Auto vom
Zentrum der Nationalpark-Gemeinde Molln Richtung Ortsteil Breitenau
(beschildert) bis zum Gasthof Steiner-Kraml, der sich links
neben der Straße befindet. Hier darf man das Auto stehenlassen
(an Wochentagen und am Samstag problemlos auf dem Parkplatz; am
Sonntag kann es schon einmal sein, dass man durch den großen
Andrang neben dem Parkplatz in der Wiese stehenbleiben muss). Der
Wanderweg über den Pranzlgraben beginnt einige hundert Meter
rechts vom Gasthof, die Gehzeit ist mit 2,5 Stunden angegeben. Der
Wanderweg führt zunächst mäßig steigend durch
den Wald und über blühende Wiesen. Sanfte Stufen
erleichtern zwischendurch steilere Anstiege. Ein intensiver Duft
von Bärlauch begleitet uns, der ganze Hänge rund um den
Weg bedeckt, und immer wieder machen wir Halt, um Tiere zu
beobachten (sogar ein Feuersalamander lässt sich beim Bad im
Gebirgsbach zuschauen) und die farbenprächtige Flora -
unter anderem ein ganzes Meer von Vergissmeinnicht - zu
betrachten.
Immer wieder verändert sich die
Wegführung, vom Waldpfad bis zum kurzen Stück auf der
Forststraße. In Abständen von rund 25 bis 30 Minuten gibt
es Bankerl, die wir zum Jausnen und Durchschnaufen gern in Anspruch
genommen haben.
Rund eine Stunde vor dem Ziel beim
Schobersteinhaus kommt man an eine Weggabelung, bei der man sich
für den "Normalweg" entlang der Forststraße oder für
den steileren Wanderweg, der als "Schinder" bezeichnet ist,
entscheiden muss. Der "Schinder" hat es in sich; durch viele
Bäume, die auf dem Weg liegen, ist der relativ steile Aufstieg
nicht allzu schön. Umso größer ist die Freude, wenn
der Wanderweg rund zehn Minuten vor dem Schobersteinhaus wieder
flacher wird und den Wanderer gemächlich bis zum
Schobersteinhaus führt.
Das Gipfelkreuz des Schoberstein befindet sich
nur wenige Minuten hinter der Hütte, sodass wir uns noch
schnell ins Gipfelbuch einschreiben und die wunderschöne
Fernsicht über das Ennstal und das Steyrtal genießen. Bis
hierher haben wir durch unser langsames Tempo und viele Fotopausen
insgesamt 3 Stunden statt der angegebenen 2,5 Stunden
benötigt. Das Magenknurren zieht uns allerdings schnell wieder
hinunter auf die Sonnenterrasse beim Schobersteinhaus, auf
der wir (und viele weitere Wanderer, Paragleiter und Mountainbiker)
uns stärken und das schöne Wetter genießen.
Für den Rückweg wählen wir nicht
denselben Weg, sondern die Forststraße, die
gleichzeitig als Reitweg und Mountainbikestrecke genutzt wird.
Bereits nach einigen hundert Metern kann man links abbiegen
(zunächst nicht beschildert) und die weitläufigen Kurven
abschneiden. Auf halber Strecke ins Tal gelangt man an eine
Weggabelung, bei der sich zwei Forststraßen teilen. Diese
Gabelung ist nicht markiert. Man sollte hier unbedingt links
abbiegen, ansonsten muss man einen längeren Umweg in Kauf
nehmen (diese leidvolle Erfahrung haben wir selbst gemacht).
Schließlich kommt man wieder in bewohntes Gebiet, wo der
Wanderweg in die Asphaltstraße übergeht. Von hier hat man
nun noch gute 20 Minuten bis zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem
Gasthof Steiner-Kraml. Für den Rückweg haben wir
insgesamt knapp zwei Stunden (durch unseren unfreiwilligen Umweg)
gebraucht.
Die Wanderung über den Pranzlgraben af den
Schoberstein und über die Forststraße wieder zurück
ist mittelschwer und eignet sich nicht für kleine Kinder. Man
sollte schon etwas Kondition mitbringen. Feste Wanderschuhe oder
Bergschuhe sind in jedem Falle zu empfehlen, da man gerade beim
Heruntergehen mit Turnschuhen keinen so guten Halt hat. Durch die
herrliche Fernsicht und das gemütliche Sitzen auf der
Terrasse (und später im Gastgarten) sollte man auf jeden Fall
einen ganzen Tag für die Wanderung einplanen.
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