DURCHQUERUNG DER
ZENTRALEN SILVRETTAGRUPPE Von Ost nach West
Die Wanderung führt durch die gesamte
Gruppe. Man hat aber die Möglichkeit, die Tour nach jeder
Tagesetappe abzubrechen und ins Tal abzusteigen. Es sei besonders
darauf aufmerksam gemacht, dass die Übergänge bei
schlechten Verhältnissen Schwierigkeiten mit sich bringen
können. Bei unsicherem Wetter oder einfallendem Nebel sollte
man die Tour abbrechen! Diese Gesamttour ist ein Teilstück des
Zentralalpenweges und daher mit 02 markiert.
1. Tag:
Von Ischgl (1.376 m) durch das Fimbatal zur Heidelberger
Hütte (2.264 m) - 4 ½ Std.
2.Tag:
Heidelberger Hütte (2.264 m) -
Jamtalhütte (2.165 m), 5 ½ Std. Über das Kronenjoch
(2.974 m; nur für Geübte). Mühsam, aber schön,
durch weites Ödland und Moränen, teils weglos. Man geht
gegen Süden in Richtung Breite Krone zur Foppa Trida (westl.
Davo Dieu).
Von dort nach Südwesten empor und
später über Firn (Eis) auf eine flache Einsattelung, das
Falsche Kronenjoch (2.958 m) rechts von der Breiten Krone (3.079
m). Die Breite Krone kann leicht erstiegen werden, ½ Std.,
Grenzstein Nr.7. Kurz darauf erreicht man das Kronenjoch, von wo
aus es steil hinab geht (z. T. weglos). Über Schutt und
Weideland hinaus in den Futschölgrund, wo man beim
„Finanzer-Stein" (großer Felsblock) auf den vom Zahnjoch
herunter kommenden Weg (nicht begehbar!) trifft. Man sieht bereits
die Jamtalhütte und der Weg wird zusehends besser.
3. Tag:
Jamtalhütte (2.165 m) - Wiesbadener
Hütte (2.443 m) - 6 - 7 Std. (nur für Geübte
bei guter Sicht). Auf bezeichnetem AV-Steig zuerst hinab zum Bach
und jenseits in vielen Serpentinen hinauf ins Getschnerkar. Der Weg
ist mühsam und erlaubt eine Rast an der Getschnerscharte
(2.839 m). Der nun folgende Abstieg ist steil und führt, je
nach den Verhältnissen, über Schutt, Schrofen, Firn oder
Eis hinab zum vergletscherten Westhang mit Madlener-Ferner.
Sich immer mehr rechts haltend, kommt man in ca.
2.500 m Höhe ins Quellgebiet des Weißen Baches. Etwas
tiefer trifft man auf den Weg, den man benutzt um über den
Punkt 2464 - hier befinden sich ein Obrometer (Niederschlagsmesser)
- in das Bieltal zu gelangen (Abstiegsmöglichkeit zur
Bielerhöhe).
Weiter geht's nun aufwärts zum Radsattel
(2.652 m; ebenso Abstiegsmöglichkeit zur Bielerhöhe). Von
dort steil abwärts (Edmund-Lorenz-Weg), den roten Markierungen
und den Steinzeichen folgend, hügelauf, hügelab, zu einem
Felsblock mit den Buchstaben W. H. (Wiesbadener Hütte). Beim
Übergang über den Tiroler Bach liegt die Wiesbadener
Hütte.
4. Tag:
Wiesbadener Hütte (2.443 m) -
Bielerhöhe (2.036 m) - Madlenerhaus (1.986 m) 2 1/2 Std.
(leicht). Von der Wiesbadener Hütte aus, in deren Nähe
sich der Illursprung befindet, durch das Ochsental hinaus zur
Südspitze des Silvretta-Stausees. Von hier aus gibt es zwei
Möglichkeiten zum Madlenerhaus zu gelangen: Entweder auf der
Ostseite des Stausees zur Bielerhöhe und dann zum Ziel oder
auf der Westseite des Stausees direkt zur Hütte.
5. Tag:
Madlenerhaus (1.986 m) - Saarbrückner
Hütte (2.538 m) 3 ½ Std. (leicht). Eine der
schönsten Alpenwanderungen, sehr lohnend. Man überquert
einen kleinen Seitenbach der Al. Nach kurzer Zeit erreicht man ein
Trümmerfeld, das von einem riesigen Bergsturz herrührt
(Vordere Lobspitzen). Erst in der Mitte dieses Trümerfeldes
beginnt der Weg anzusteigen und man erreicht bei ca. 2.100 m das
Plateau der Tschifernella. Eventuell zu einer kleinen Bergnase mit
prächtigem Rundblick.
Die Tschifernella-Weiden weiter ansteigend,
gelangt man zu mehreren kleinen Seen - hier auch schöne
Gletscherschliffe - und nun erblickt man auf dem Ostgrat des
Kleinen Litzners die Saarbrückner Hütte. Angesichts der
mächtigen Berg- und Gletscherkulisse führt der Weg
über den Kromerbach und vereinigt sich mit dem Weg, der vom
Kromertal heraufkommt. In steilem Bogen und einigen Serpentinen
hinauf zur Hütte, die wie eine Festung auf einem
vorspringendem Fels steht.
6. Tag:
Saarbrückner Hütte (2.538 m) -
Tübinger Hütte (2.191 m) über das Hochmadererjoch
(2.505 m) - 5 Std. (leicht). Die lange Wegzeit erklären
sich durch den enormen Höhenunterschied, der bei dieser Tour
überwunden werden muss; fast 900 m hinab und rund 550 m
hinauf. Dafür entlohnt aber die Schönheit dieser Route
alle Mühe.
Von der Saarbrückner Hütte
zunächst hinab bis zu den „Schwarzen Böden" und
durchs Kromertal hinaus bis Wegteilung bei der Kartenbezeichnung
"Soppa". Nun westlich über sumpfige Weiden ins unterste
Maderer Täli und im schuttbedeckten Talboden, immer auf der
Südseite des Baches bleibend, bis zum meist
schneegefüllten Talgrund. Man überquert den Bach und
steigt steil hinauf in Richtung Joch. Es folgt nun ein markanter
Jochturm und der letzte kurze Anstieg zum Hochmadererjoch.
Die Besteigung des Hochmaderer (2.823 m) am
Gunserweg nimmt ca. ¾ Std. in Anspruch. Der Hochmaderer ist
ein Aussichtsberg ersten Ranges und ein Prunkstück der
Silvretta. Der mehrgipfelige Urgesteinsklotz stürzt in
mächtigen Wandfluchten nach Süden und Osten ab. Vom
Hochmadererjoch steigt man am südseitigen Schutthang ins
Gantschettatäli hinab. Der gut markierte Weg führt fast
eben unter den Hängen der Valgraggesspitze entlang direkt zur
Tübinger Hütte.
7. Tag:
Tübinger Hütte (2.191 m) - Gargellen
(1.423 m), 4 Std. (leicht). Von der Hütte aus sieht man
zunächst nur das Mittelbergjoch (2.415 m), das man in einer
großen, weit ausholenden Kehre auf der guten Weganlage
erreicht. Der Weg führt dabei an der Lawinenmauer vorbei,
über zwei kleine Bäche und zu einer Wegteilung. Man
benutzt hier den rechten Weg. Schöner Rückblick auf die
Hütte vom Mittelbergjoch aus. Weiter durch das Hochkar,
hinüber zum Vergaldajoch (2.515 m).
Von dort leicht abwärts bis zum Steilrand
am Vergaldatal, in Kehren links hinab bis zu einem Steinmann, bei
dem man scharf nach rechts abbiegt. Immer auf der rechten Bachseite
bleibend weiter bis zur Vergaldaalpe, wo ein breiter Weg beginnt.
Dieser führt später über eine Brücke zur
anderen Talseite und hinab nach Gargellen, dem Hauptort des
gleichnamigen Tales.