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DURCH DIE
DACHSTEIN-SÜDWAND
90 Jahre nach der Erstbesteigung der
Dachstein-Südwand durch die "Stoanerbuam" (Franz und Georg
"Irg" Steiner) wurde 1999 ein weiterer spektakulärer
Klettersteig errichtet. Der "Johann" führt rechts von der
zentralen Dachstein-Südwand auf die Dachsteinwarte auf 2.741
Meter Seehöhe. Er ist der mit Abstand anspruchsvollste im
Dachsteingebiet und zählt zu den längsten Klettersteigen
der Steiermark. Der "Johann" mit seinen ausgesetzten, glatten
Wandfluchten ist nur etwas für Bergsteiger mit großer
Klettersteig-Erfahrung. Die Gesamtanforderungen an Kraft und
Kondition sind nicht zu unterschätzen — nicht zuletzt
auch durch die Höhenlage weit über 2.000 Metern.
Es gibt keine Abbruchmöglichkeiten im
Verlauf des Steiges, daher sollte man nur bei stabiler Wetterlage
an eine Begehung denken. Griffe, Tritte und Klimmzüge in der
600 Meter hohen Wand erwecken atemberaubende Gefühle. Belohnt
für die Mühen des Zu- und Aufstieges wird man mit
faszinierenden Ausblicken in die Dachstein-Südwand und die
bekannten Klettersteige.
Zustieg:
Vom Parkplatz der Gletscherbahn-Talstation geht
man zunächst 30 Minuten bis zur
Dachstein-Südwandhütte (1.871 Meter). Von der Hütte
weiter in Richtung Dachstein-Südwand/Tor-Bachalm absteigend,
nach ca. 100 Metern rechts abzweigen (nicht markierter Steig). Man
befindet sich nun auf dem Einstiegsweg zur Dachstein-Südwand,
der über eine ca. 100 Meter hohe, gegliederte Wandstufe gut
begehbar ist. Dieser Einstiegsweg ist mit einer roten
Punktmarkierung versehen. Die Markierung leitet über den
Vorbau (teilweise leichte Kletterei bis 1+; Trittsicherheit ist
erforderlich) in nördlicher Richtung in ein Schuttkar unter
die Dachstein-Südwand. Weiter geht es Richtung Wandfuß
aufwärts zu Steinmann, am Beginn der kurzen Vorbaustufen (ev.
unter Schnee), über die man (teilweise versichert,
Schwierigkeit B) den eigentlichen Einstieg zum Klettersteig bei der
Schlüsselstelle (eine sehr markante Felsnadel) erreicht. Hier
befindet sich der Anseilplatz, wo auch die Sicherungen
beginnen.
Steigverlauf:
An der Einstiegsstelle, einem ca. fünf
Meter hohen Überhang, trennt sich die "Spreu vom Weizen". Wer
hier an dieser schweren Stelle (Kategorie E!) schon erste
Schwierigkeiten hat, sollte besser nicht weiter klettern. Die Route
über die glatten Wandfluchten selbst ist mit einem 700 Meter
langen Stahlseil (30 mm dick) und rund 250 Trittstiften versichert.
Am Einstieg sowie auf den flachen Rampen und Absätzen kann das
Seil oft unter Schnee liegen — ein Eispickel leistet gute
Dienste.
Hat man die Einstiegsstelle hinter sich, kommt
man an den Beginn der großen Plattenrampe, über die man
einen Rastplatz bei einem großen Querband erreicht. Über
steile Platten und eine schräge Plattenrinne geht es weiter zu
einem Felskopf. Bis hierher bewegt sich der Schwierigkeitsgrad
zwischen B und C. Nun folgt ein schwererer Abschnitt (D): In einem
Bogen führt der Steig von links über die senkrechte Wand
und quert dann nach rechts zum Beginn des senkrechten Aufschwungs.
Steil und ausgesetzt führt die Route weiter zum "Adlerhorst"
und anschließend zu einem weiteren schönen Rastplatz.
Der Klettersteig wird in der Folge wieder etwas
leichter. Über Wandstufen und Platten erreicht man den so
genannten "Götterthron". Über kurze, steile Wandstufen
(bis Schwierigkeitsstufe D) und Platten mit kurzen, ausgesetzten
Querungen führt der Steig schließlich zur
Ausstiegsrampe.
Abstieg:
Der Ausstieg aus dem "Johann" befindet sich
direkt bei der Dachsteinwarte. Von der Seethalerhütte in
südöstlicher Richtung gelangt man über den obersten
Hallstätter Gletscher kurz bergab, zum Schluss wieder leicht
ansteigend zur Bergstation der Dachstein-Gletscherbahn Hunerkogel.
Die letzte Talfahrt ist um 16.50 Uhr. Versäumt man diese, gibt
es die Möglichkeit, über den einfacheren
"Hunerscharten-Klettersteig" abzusteigen. Der Einstieg in den
Klettersteig befindet sich östlich unterhalb der Bergstation;
der Steig ist am Beginn versichert.
Quelle: Klettersteige & leichter Fels
Österreich Ost, 5., erweiterte und aktualisierte Auflage April
2004, Schall-Verlag, Wien; www.schall-verlag.at
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