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DIE SCHROFFEN
FELSWÄNDE SIND ZUM GREIFEN NAH
Der Pernerweg, Nr. 617, zählt zu den
eindrucksvollsten Wanderungen im Almbereich. Die wilde Wucht der
hoch aufragenden Südwände von Dachstein, Mitterspitze und
Torstein machen diese Wanderung unvergesslich.
Von der Türlwand bzw. der Talstation der
Gletscherbahn Ramsau (bis hierher evtl. mit dem Bus) erreicht man
in ca. 40 Minuten die Südwandhütte (Weg Nr. 6/615). Von
der Hütte aus sieht man bereits die nächste Etappe, das
"Tor". Vom Raucheck links und der Torstein-Südwand rechts
begrenzt, präsentiert sich der natürliche Einschnitt als
Tor. Unmittelbar nach der Hütte steigt man auf schmalem Steig
in das weite Kar am Fuße der Wände ab. Zwischen
Geröll und leuchtenden Blumenpolstern windet sich der
Pernerweg am Wandfuß durch eine beeindruckende Landschaft.
Manchmal kann man hoch in den Wänden Seilkommandos hören
oder den scharfen Warnpfiff der Murmeltiere.
Ein steiler, 30-minütiger Aufstieg zum Tor
folgt, und der höchste Punkt der Tour ist erreicht. Eine Rast
bietet sich an. Von hier sieht man bereits das Sulzenhaus und den
Rötelstein. Abstieg durch das Rauchkar, an riesigen Felsen
vorbei in das Windlegerkar und links (Markierung 614) bis zum so
genannten "Schnittlauchboden" (wild wachsender, stark duftender
Schnittlauch im moosigen Boden). Auf breiterem Weg geht es
abwärts durch dichten Lärchenwald (im Hintergrund zeigt
sich der massige Torstein mit dem berühmten "Windleger Grat",
der längsten Klettertour in den Ostalpen) bis zum weiten
Almboden der Bachlalm.
Hier ist die Heimat der Murmeltiere. Sie sind
mittlerweile schon an Menschen gewöhnt und dementsprechend
verwöhnt. Rechts geht es zum Gasthaus Bachlalm, links zweigt
der Forstweg Nr. 671 ab, der zum Maralmboden führt und weiter
bis zur Neustattalm. Von dort entweder auf der Straße
zurück zur Türlwand (ca. 20 Minuten) oder am Weg neben
der Straße zum Gasthaus Glösalm absteigen und mit dem Bus
zur Türlwand oder nach Ramsau.
Wer die Wanderung noch ausdehnen möchte,
kann oberhalb vom Gasthaus Glösalm (direkt in der
Straßenkurve) am Weg Nr. 6 über die Schlitzenalm durch
schönen Hochwald zum Dachsteinhaus, Edelbrunn und nach Ramsau
weiter wandern (ca. 1,5 Stunden).
Beachtenswert: Der Bibelsteig: Während der
Verbotszeit des evangelischen Glaubens wanderten die Ramsauer auf
heimlichen Schmugglerpfaden nach Gosau, die durch intensive
Handelsbeziehungen Bibeln aus dem süddeutschen Raum bezogen.
Dieser so genannte Bibelsteig führt als Pernerweg am Fuß
der Dachstein-Südwände, als Linzerweg unterhalb des
Gosausteins zur Hofpürglhütte und als Austriaweg
unterhalb des Gosaukammes zum Gosausee. Eine Wanderung voll
landschaftlicher Schönheit in alpiner Höhenlage.
Quellennachweis:
Lamm, Reinhard: Wanderführer Ramsau am Dachstein. Die 50
schönsten Wanderrouten. Ramsau: Reinhard und Barbara Lamm
2004.
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