Mit 600 Hektar ist
die Feuchtaualm, die immer wieder fälschlich als Feichtau
bezeichnet wird, die größte der 20 Almen im
Nationalpark Kalkalpen. Der urige Wald rund um die
wunderschöne Alm wurde von den Österreichischen
Bundesforsten schon viele Jahrzehnte nicht mehr genutzt. Im
Volksmund wird diese grüne Oase deshalb auch als
„Feuchtauer Urwald" bezeichnet.
Die Alm ist bis heute mit keinem
Zufahrtsweg erschlossen. Sie ist außerdem ein echtes
Schneeloch: „Wir bringen kaum 100 Tage auf der Alm zusammen.
Aufgetrieben wird erst um den 15. Juni. Um den 22.
September muss das Vieh wieder hinunter auf den Hof.
Heuer sind 50 Jungrinder, etliche Milchkühe und ein Pferd auf
der Alm", sagt Gerhard Rettenbacher vulgo Polz.
Vor etlichen Jahren wurden die
Polzhütte und der Stall auf der Feuchtau von der Familie
Rettenbacher, freiwilligen Helfern und dem Nationalpark
Kalkalpen wieder errichtet. Eine kleine Käserei
garantiert die Verwertung der anfallenden Milch.
Sonnenenergie sorgt für das nötige Warmwasser und
den elektrischen Strom. Notwendig sind diese
Einrichtungen für die Käseerzeugung, die
Melkeinrichtung sowie zur Versorgung von meteorologischen
Messinstrumenten der Nationalpark-Forschung.
Die Kriterien des biologischen
Landbaues bilden die Grundlage für eine nationalparkkonforme
Almbewirtschaftung. Sensible oder gefährdete
Lebensräume wie Moore und Trockenrasen werden auf
der Feuchtaualm geschützt.
Nach einer zünftigen Jause auf
der Polzhütte empfiehlt sich eine kurze Wanderung hinüber
zu den malerisch gelegenen Feuchtau-Seen. Bei oder nach einem Regen
trifft man hier fast immer auf schwarze Alpensalamander. Sie
bringen ihre Jungen nach einer dreijährigen Tragezeit lebend
zur Welt.
Ideal für
Nock-Touren
Bergfexe können auch den 1963 Meter hohen Hohen Nock
besteigen. Von dort hat man einen herrlichen Ausblick
über das langgezogene Sengsengebirge, auf die Haller
Mauern und das Hintergebirge.
Eine Übernachtungsmöglichkeit gibt
es auf der Feuchtauhütte der ÖAV Sektion Steyr. Den
Schlüssel erhält man bei Hüttenwart
Franz Mayr, Tel. +43 (0)7252/45171. Weitere Infos zur Feuchtau
gibt's im Nationalpark Zentrum Molln, Tel. +43
(0)7584/3651.