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WANDERN IN
OSTBAYERN
Mit dem benachbarten Böhmerwald ist der Bayerische Wald das
größte zusammenhängende Waldgebirge Europas. Nicht
auf Sand ist dieser Landstrich gebaut, sondern auf einem anderen
ungewöhnlichen Untergrund, dem Granit. Granit ist ein
Tiefengestein, das die Landschaft, den Pflanzen- und Tierreichtum,
aber auch die Bewohner und die Entwicklung des Bayerischen Waldes
seit Jahrtausenden prägt. Ein Nationalpark und zwei
Naturparke bedecken fast das gesamte Gebiet des Bayerischen
Waldes. Auf diesem „Grünen Dach Europas“
liegt eine einzigartige Urlaubs- und Erholungsregion. Eiszeitliche
Seen, Hochmoore, Wälder und frühere Waldweiden, ein 140
Kilometer langes Quarzriff, Urwaldgebiete, Auenlandschaften,
markante Berggipfel und Felsschluchten, Quellbäche und
Wildwasser prägen das Bild der Natur des Bayerischen
Waldes.
Jedoch kommen die meisten Besucher, um das
historische Silberbergwerk zu begehen, in dem seit dem
14. Jahrhundert unter anderem silberhaltige Erze gewonnen
wurden. Zwei der wenigen Therapieeinrichtungen für die so
genannte Untertage-Reinluft-Inhalations-Therapie
(Speläotherapie) sind der Silberberg in Bodenmais und die
Fürstenzeche in Lam. Die extrem reine Luft in den Bergwerken
eignet sich bestens zur Zusatzbehandlung allergischer Erkrankungen
sowie zur Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen der
Atemwege.
Einer der schönsten Schätze des
Bayerischen Waldes liegt auf dem „Grünen Dach
Europas“: das Glas. Vom "Europäischen
Bleikristallzentrum" Neustadt an der Waldnaab über
Waldsassen bis zur Dreiflüssestadt Passau zieht sich die
Glasstraße auf über 250 Kilometern. Das Glasmuseum dort
beherbergt die weltweit größte Sammlung Böhmischen
Glases. Es gibt entlang der Glasstraße viel zu entdecken. In
Museen, Galerien oder Glashütten sind hier kostbare und
seltene Objekte, Tischgläser und Kunstwerke zu Glas
geworden.
Das Glück liegt den Wanderern zu
Füßen. Die schönsten Wanderwege zwischen
Marktredwitz im Oberpfälzer Wald und Passau verbindet der neue
Prädikatswanderweg „Goldsteig“. Der
Goldsteig zieht sich insgesamt 600 Kilometer weit durch
unterschiedlichste Landschaften. Eigenen Ansprüchen und
Gelände-Vorstellungen entsprechend wählen sich Wanderer
die geeignetsten Etappen aus. Das Wandergebirge im Landkreis
Cham ist bergig und markant, wenn der Goldsteig das
bayerisch-böhmische Grenzgebirge erreicht und sich der Blick
hinüber nach Böhmen weitet. Durch das Kerngebiet von
Deutschlands ältestem Nationalpark führt eine der
reizvollsten Strecken der Goldsteig-Tour. Rund 65, wie Perlen
übers Urlaubsland verstreute und besonders auf Wanderer
eingestellte Gasthäuser laden zur Rast, Übernachtung und
zum kulinarischen Erlebnis ein.
Vor fünfundsechzig Jahren suchten
Öltrupps im niederbayerischen Rottal nach Öl
– was sie fanden, war etwas anderes: heißes
Thermalwasser mit außerordentlich hoher medizinischer
Wirksamkeit gegen Rücken- und Gelenkprobleme. Für Europas
beliebtesten Kurort begann mit der Erhebung zum „Bad“
vor fünfunddreißig Jahren der beispiellose Aufstieg des
einstigen Weilers Bad Füssing. Erfolgsrezept ist und bleibt
die legendäre Wirkung des Bad Füssinger
Thermalwassers.
Die Heil- und Thermalbäder Bad
Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach, Bad Abbach und Bad
Gögging haben sich zum „Bayerischen
Thermenland“ zusammengeschlossen. Mit weit über
fünf Millionen Übernachtungen ist dies die führende
Wellness- und Heilbäder-Region in ganz Europa.
Zwischen Donau, Böhmerwald und der
österreichischen Landesgrenze breitet sich der Bayerische Wald
auf rund 6.000 Quadratkilometern aus. Intakte Natur mit klaren
Bächen und Seen, in der reinsten Luft, die man in der
Bundesrepublik gemessen hat, erlebt man hier. Außerdem findet
man hier den letzten noch erhaltenen Flecken Urwald in Deutschland,
den Nationalpark Bayerischer Wald. 1970 wurde dieser 13.000
Hektar große Abschnitt nordöstlich von Grafenau unter
besonderen Schutz gestellt. Der Nationalpark wurde am 1. August
1997 auf 24.000 Hektar erweitert. Europas größtes
Wald-Natur-Schutzgebiet entstand so in Ostbayern. Zusammen mit dem
benachbarten tschechischen Nationalpark Sumava, der zur
Landschaft des Jahres 1999/2000 erkoren wurde, liegt hier im
Herzen Europas nun das größte Naturschutzprojekt auf dem
Kontinent. Dank der strengen Verordnungen wird alles ganz und gar
der Natur überlassen, die Ursprünglichkeit und
biologische Vielfalt dieses Urwaldes wiederherzustellen. Im
gesamten Bayerischen Wald findet sich eine weitgehend intakte Natur
und eine unzerstörte Landschaft.
Wenn sich der Bayerische Wald in den
Wintermonaten tief verschneit präsentiert, kommen sowohl
Alpin-Skifahrer als Langläufer voll auf ihre Kosten. Es gibt
über 2000 Kilometer gespurte Loipen. Ideale Bedingungen
für Sport, Spiel und Spaß jeglicher Art für Jung und
Alt bietet der Bayerische Wald das ganze Jahr hindurch. Eine
kulturelle Fülle von Sehenswürdigkeiten kann man in all
den Museen der Städte und Märkte vorfinden, in
altehrwürdigen Klöstern und auf trutzigen Burganlagen.
Überall findet man gepflegte Gasthöfe mit
gemütlichen und behaglichen Gaststuben, wo ländliche
Spezialitäten serviert werden.
DER OBERPFÄLZER
WALD
Mit knappen Worten kurz und bündig zu
beschreiben ist bei dieser vielseitigen Urlaubsregion schwer. Als
Paradies auf Erden haben manche die zauberhafte Gegend bezeichnet.
Die sagenumwitterten Burgruinen und Schlösser,
die malerische Landschaft mit ihren sanft geschwungenen
Hügeln und schattigen Tälern sind wie
geschaffen für eine langsame Gangart. Hier kann man den Geist
so richtig umherschweifen lassen.
OBERPFÄLZER
SEENLAND
Im Sommer werfe man einen Blick ins
Oberpfälzer Seenland. Wo vor zwei Jahrzehnten noch
Braunkohle abgebaut wurde, tummeln sich heute Wassernixen
und Froschmänner. Plantschen, Segeln, Windsurfen, Wasserski
fahren und am Abend ein lauschiges Sommernachtsfest feiern, direkt
am Wasser, mit Lichtergirlanden, "Steckerlfisch" und einem
kühlen Bier: Steinberger See, Murner See, Brückelsee,
Hammersee und Eixendorfer See ziehen Wassersportler und
Sonnenhungrige, Camper und Angler gleichermaßen in ihren
Bann.
Zahllos sind die Fischweiher um Tirschenreuth,
im Rußweihergebiet bei Eschenbach und zwischen Schwarzenfeld
und Schwandorf. Forellen, Hechte und Karpfen sind hier in ihrem
Element und sorgen dank der fachkundigen Gastgeber der Region
für kulinarische Höhepunkte.
Eine Spezialität der Region ist das Zoigl-Bier.
Liebhaber kommen aus ganz Deutschland, um das traditionsreiche,
ungefilterte, untergärige Bier „Beim Zoigl“
zu erleben. Man kann sich das wie beim Heurigen vorstellen. Zu
erkennen sind die Zoiglwirte am Zunftzeichen vor der Tür. Wer
gerade Bier ausschenkt, hängt den Zoiglstern vor die
Tür.
Bildnachweis:
pixelio.de
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