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Weltosteoporosetag: Starke Knochen - ungebrochen

"SEI KEIN FAULER KNOCHEN"

Wandern © OÖ TourismusAb 50 leiden jede dritte Frau und jeder achte Mann in der EU mehr oder minder unter Osteoporose. Vitamin- und kalziumreiche Ernährung sowie regelmäßige Bewe­gung werden zur Vorsorge empfohlen. Ab 65 soll jede Frau ihre Knochendichte kennen: Das Thema zum Weltosteoporosetag am 20. Oktober heißt: „Starke Knochen - ungebrochen."

Vor allem bei Rücken­schmerzen hört man im­mer wieder: „Schön ru­hig halten, nicht zu viel bewe­gen." Wenn es um osteoporose­bedingte Schmerzen geht, ist diese Meinung falsch. Sport richtig und passend durchge­führt, ist das Um und Auf, um die Symptome zu mindern.

Die Osteoporose ist die Ab­nahme der Knochenmasse, die das alters- und geschlechtsspe­zifische Maß übersteigt. Laut WHO zählt die Osteoporose zu den zehn wichtigsten Krank­heiten der Welt. Da Muskelkraft und Knochenhärte untrennbar miteinander verbunden sind, leuchtet es ein, dass fehlende physikalische Reize wie Stoß-, Druck- und Biegebelastung dazu beitragen, dass Knochen die Substanz verlieren. Senio­ren können z. B. durch Trep­pensteigen, Bergwandern, Seil­springen, gezieltes und ange­passtes Krafttraining, Qi Gong oder Yoga positive Reize für die Knochen setzen.

Diese systemische Erkran­kung kann zu erhöhter Brü­chigkeit des Knochens mit er­höhtem Frakturrisiko führen. Der Verlust der Knochenmasse verläuft schleichend und zu­nächst ohne Beschwerden. Von den rund 750.000 Osteoporo­sebetroffenen in Österreich weiß ungefähr die Hälfte vom Knochenschwund, und nur etwa 120.000 werden thera­piert.

Brüche treten vor allem anWirbelkörpern, an Oberschen­kelhals und Unterarm auf. In Österreich geht man von 520.000 Wirbelkörperfraktu­ren und 12.000 Schenkelhals­brüchen aus. Rund 20 Prozent der alten Menschen mit Schen­kelhalsfraktur sterben inner­halb des ersten Jahres, etwa 50 Prozent bleiben danach von fremder Hilfe abhängig. Schon Husten, Heben, Drehbewegun­gen können bei- Osteoporose­kranken zu Wirbelfrakturen führen.

Als Risiko für Osteoporose gelten:

  • Genetische Faktoren wie Os­teoporose in der Familie, grazi­ler Körperbau, Untergewicht
  • Lebensstil mit Rauchen, Al­koholmissbrauch, Mangeler­nährung, wenig Sonnenlicht
  • Hormonelle Veränderung im Wechsel
  • Medikamente, die bei länge­rer Gabe negativ auf den Kno­chenstoffwechsel wirken wie etwa Kortison.

Vorbeugen kann man durch Nikotinabsenz, ausgewogene Ernährung reich an Kalzium und Vitamin D, Ausdauer und/ oder Krafttraining. Ältere Men­schen sollen auf eine Redukti­on des Sturzrisikos im Haus­halt achten.

Stürze vermeiden

Dazu meinte der Sportwis­senschafter und Trainer für Sturzrehabilitation Harald Jansenberger bei einem Vor­trag der Linzer Selbsthilfe­gruppe Osteoporose kürzlich: „Man geht davon aus, dass 90 Prozent der Stürze alter Men­schen zu verhindern sind. Drum sollen Stolperfallen wie etwa Teppichkanten oder rut­schige Teppiche entfernt wer­den." Auch Haltegriffe bei der Badewanne sind sinnvoll. Das Um und Auf zur Prophylaxe ist aber sinnvolles Gleichge­wichts-, Koordinations- und Krafttraining sowie gutes Schuhwerk." 85 Prozent der Stürze sind durch Verände­rungen in der Motorik begrün­det. Gangunsicherheit und Angst vor dem Stürzen beein­flussen die Lebensqualität von Osteoporosepatienten.

Therapeutische Möglichkei­ten bei Osteoporose sind knochenabbauhemmende Substan­zen wie Bisphosphonate, SERMS und den Knochenaufbau fördernde Präparate wie Parathormon-Analoga. Die neue Substanz Strontiumranelat hat einen dualen Wirkansatz mit dem Ziel den Kno­chenabbau zu vermindern und gleichzeitig den Knochenauf bau zu steigern.

Quelle: OÖ Nachrichten – Gesundheit, Mittwoch, 17. Oktober 2007

 

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