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WIE WIRKT SICH WANDERN
AUF UNSERE GESUNDHEIT AUS?
Wandern und Spazieren, zählen ganz bestimmt
zu den sanftesten, aber auch schönsten Aktivitäten, mit
denen Sie gesundheitlichen Gewinn erzielen können. So
verbrauchen Sie beim gemütlichen Spazieren in 20 Minuten 60
— 80 kcal, was ungefähr einem Becher mit 150 g fettarmem
Jogurt entspricht. Spazieren hilft Wiedergenesenden, nach einer
längeren Bettlägrigkeit ihren Körper wieder zu
erneuern. Wandern mit oder ohne Rucksack, bergauf, bergab, ist
schon ein stärker wirksames Gesundheitstraining. Beim
zügigen Wandern verbrauchen Sie immerhin 350 bis 400 kcal in
der Stunde, was ungefähr einer Buttersemmel mit einer Scheibe
Ementaler entspricht.
Zügiges Wandern hat für die Herz- und Lungenfunktion fast
denselben Wert wie langsames Laufen oder Radfahren und
ähnliches gilt für die Kräftigung der Muskeln.
Besonders für Menschen mit Übergewicht ist das Wandern
neben dem Schwimmen und dem Radfahren eine der wenigen Sportarten,
die Sie ohne allzu große Belastung ihrer Gelenke ausüben
können. Wenn sie sich entschließen, zügige
Wandertouren zu unternehmen, sollten Sie sich vorher allerdings im
ausgiebigen Spazieren gehen üben, was Ihnen besonders nach
längerer Erkrankung oder bei ungenügender
körperlicher Leistungsfähigkeit entgegenkommt.
Wirkung auf die Gesundheit
Beim Spazieren verbrauchen Sie rund 30 % mehr Energie als beim
Fernsehen und wenn Sie zügig wandern sind es immerhin schon 60
% mehr. Wollen Sie Ihr bestehendes Übergewicht durch
zügiges Wandern reduzieren, müssten Sie allerdings 12
— 15 km pro Tag zurücklegen, was Sie durch 6 — 8
Wochen dauerndes Training ohne weiteres auch als Ungeübte(r)
erreichen können. Zusätzlich bereiten Sie Ihren
Körper durch Wandern auch auf andere Sportarten vor, die mehr
Energie und Leistungsfähigkeit erfordern. Es kräftigt
nämlich die langen Beinmuskel, die Muskeln von Becken und
Hüfte und ganz besonders den Herzmuskel, der dann über
unseren Blutkreislauf mehr Sauerstoff und Nährstoffe
anfordert.
Er wird dadurch besonders gestärkt und nach einiger Zeit kann
er den im Blut gebundenen Sauerstoff besser ausnutzen — was Sie bald
bemerken, weil Sie nicht so schnell ermüden und immer
ausdauernder werden. Wichtig beim Wandern ist es kräftig
auszuschreiten, mit lockerem Arm- und Körperschwung und ohne
Verkrampfung der Nackenmuskulatur. Nach einiger Zeit wird es Ihnen
gelingen, Ihr Tempo auch bei leichten Steigungen beizubehalten. Sie
werden zwar merken, dass Sie leicht zu schwitzen beginnen und dass
die Atmung kräftiger wird — ein Zeichen dafür, dass
die körperliche Aktivität gesteigert wird. Sehen Sie sich
aber vor, dass Ihre Atmung nicht über längere Zeit zu
heftig wird, gerade so stark, dass Sie sich mit einem Partner
eventuell noch unterhalten könnten. Ihre Pulsfrequenz sollte
180 minus Ihrem Alter nicht überschreiten.
Die richtige Ausrüstung
Für das Wandern über längere Strecken gilt es,
richtige Wanderschuhe zu verwenden, um Füße und Gelenke
optimal zu unterstützen. Der Fußknöchel sollte darin
gut abgestützt werden, das Profil der Sohle kräftig sein.
Dicke Wollsocken saugen den Schweiß auf und sollten ohne
Falten, aber nicht beengend um den Fuß sitzen. Auch die
restliche Kleidung möge locker sitzen, denn zu eng anliegende
Kleidungsstücke stören die richtige Blutzirkulation. Und
nehmen Sie lieber eine Schicht mehr mit und vergessen Sie auch den
windfe sten Anorak nicht, um bei
widrigem Wetter ausreichend geschützt zu sein. Ein richtig
gepackter Wanderrucksack soll also Folgendes enthalten: Eine
Wanderkarte, etwas zum Trinken (am besten Wasser oder Tee mit
Zitrone), einen kleinen Imbiss, Verbandszeug, Taschenmesser, Socken
zum Wechseln und eine zusätzliche Schicht zum Anziehen.
Das leidige Thema Blasen
Wenn Sie im Wandern noch nicht so geübt sind oder wenn Sie
neue Schuhe tragen, dann sind Blasen fast unvermeidlich.
Wahrscheinlich werden Sie dann die klobigen Wanderschuhe
verwünschen und sich nach leichten Turnschuhen sehnen. Die
aber würden Ihre Füße nicht optimal stützen und
Blasen können Sie auch darin bekommen. Blasen entstehen durch
die ungewohnte Reibung zwischen Schuh und Haut. Am besten tragen
Sie direkt auf dem Fuß dünne Baumwollsocken und
darüber dickere Wollsocken. Auch das vorbeugende Einschmieren
mit Hirschtalg schützt Ihre Haut. So wie Ihr Kreislauf auch
langsam an immer längere Märsche gewöhnt werden
muss, geht es auch der Haut Ihrer Füße. Nach einigen
Wanderungen in den neuen Schuhen werden Sie keine Blasen mehr
bekommen.
Müde Füße
Selbst die Füße von erfahrenen Wanderern, die gut
eingetragene Wanderschuhe tragen, werden irgendwann müde. Wenn
Sie dann zu einem Bach kommen, ziehen Sie die Wanderschuhe aus,
machen Sie ein paar Storchenschritte im kalten Wasser und legen Sie
anschließend die Füße hoch, dann kann die
schmerzhafte Stauung in den Füßen abziehen. Wenn Sie dann
die Arnikasalbe aus Ihrem Handgepäck holen und Füße
und Beine gut einreiben, wird die Müdigkeit verschwunden sein,
sodass die Strecke bis zum Ziel wie im Flug vergehen wird.
Quelle: KNEIPP 4/2000
Bilder: OÖ. Tourismus / Erber, ventigo
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