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UNFALLGEFAHREN IM ALPINEN BEREICH
Wandern und Bergsteigen im alpinem Gelände erfordert neben
etwas Erfahrung und Disziplin auch die Einhaltung einiger
grundsätzlicher Regeln. Wer eine Bergtour unternimmt, der
sollte sich unbedingt vor der Tour über Schwierigkeit,
Gehzeit, Stützpunkte, Zufahrtsmöglichkeiten und vor allem
über die jahreszeitlichen Gefahren zu informieren. Weiß
man über all diese Dinge einmal Bescheid, geht es noch um die
richtige Zusammenstellung der Wanderausrüstung.
Eine allgemeine Gefahr beginnt in der Regel bei
Touren, die Trittsicherheit verlangen, oder bei Bergfahrten,
die bereits als Kletterfahrten einzustufen sind. Unter
„Trittsicherheit“ versteht man Schwindelfreiheit
bei freier Sicht in den Abgrund. Wer diese Voraussetzungen nicht
mitbringt, soll von solchen Touren Abstand nehmen oder soll sich
einem Bergführer anvertrauen.
Aber schon im leichteren Gelände lauern oft
Gefahren, die man erkennen muss. Zu den häufigsten und
gefährlichsten Unfallursachen zählt das Ausrutschen auf
steilen Schneefeldern, die im Frühsommer häufig
anzutreffen sind. Sie sind nach Möglichkeit nur mit
Seilsicherung zu queren oder wenn möglich zu umgehen.
Äußerst gefährlich ist das Betreten der vom Wasser
unterhöhlten Lawinenkegel und Restschneeflächen. Vor dem
Betreten immer auf ihren Zustand prüfen - Vorsicht bei hartem
und vereistem Firn!
Eine häufige Gefahrenquelle ist der
Steinschlag. Extrem gefährdete Stellen wie Rinnen,
Kamine und unmittelbar unter Wänden soll man keinesfalls zu
längeren Aufenthalten wählen. Bei gefährlichen
Touren ist das Tragen eines Steinschlaghelmes obligat. Der
vernünftige Bergsteiger ist streng darauf bedacht, keine
Steine loszutreten. Eine wichtige Grundregel ist der sichere
Schritt und Tritt, niemals hüpfen oder hinunterspringen. Dies
gilt ganz besonders bei nassen oder vereisten
Bodenverhältnissen. Vorsicht im Schrofengelände!
Besonders in den Tauern
scheint oft ein Durchstieg leicht zu sein und endet kläglich,
denn der schwierige Rückweg ist meistens abgeschnitten. Zum
Gefahrenrisiko zählt im alpinen Bereich im besonderen
Maße das Wetter. Bedenken Sie, dass in höheren
Lagen bei einem Schlechtwettereinbruch die Temperaturen rapid
fallen. Schneefall und Hagelschlag als Begleiterscheinung zu einem
Gewitter sind keine Seltenheit. Bei Blitzschlaggefahr sind Gipfel,
Kammlagen und Seilsicherungen unbedingt zu meiden. Bei Nebel
markierte Wege nach Möglichkeit nicht verlassen! Vorsicht beim
Baden in Gebirgsseen — die Kälteschockgefahr lauert
schon wenige Meter vom Ufer entfernt. Gletscher begeht man nur auf
markierten Routen- Wenn es notwendig erscheint, sind selbst
markierte Routen nur mit Seilsicherung zu begehen. Größte
Vorsicht verlangen sichtbare Spalten. Die wichtigste
Verhaltensregel ist sicher die Besonnenheit und die nötige
Vorsicht. Eine Umkehr zur rechten Zeit ist keine Feigheit,
Bergsteigen ist ein schöner Sport, jedoch die gesunde
Rückkehr muss stets oberstes Gebot bleiben. Wenn aber einmal
etwas passiert: kühlen Kopf bewahren und Hilfe holen. Vor
Antritt einer Bergfahrt immer Route und Ziel bekannt geben.
Quelle: Wanderführer Dachstein-Tauern, 7. Auflage
2003/2004
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