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Der Weg der Wallfahrer
seit 1728
Im Jahre 1728, am Dienstag der Bittwoche,
wütete im Markt Windischgarsten eine verheerende Feuersbrunst.
In großer Teil der Häuser des Ortes wurde ein Raub der
Flammen, nur wenige blieben von der Zerstörung verschont. Aus
Dankbarkeit gelobten diese Bürger, jährlich am Sonntag
vor Pfingsten eine Wallfahrt zur Muttergottes von Frauenberg zu
machen. Diese Tradition wird bis heute aufrecht erhalten.
Zwei Jahre nach dem Brand baute man bereits die
ersten Wallfahrtskapellen entlang des Weges. Die Sensenherren des
Tales und die Sensenschmiede traten großteils als Bauherren
auf. Auf oberösterreichischer Seite entstanden die
Steinbichler Kapelle oberhalb von Windischgarsten, die
Hufeisenkapelle in der Nähe des Gasthofes Grundner, die
Grünauer Kapelle und die Ochsenwald Kapelle. Die Brandlkapelle
und die Schneehuber Kapelle wurden auf der steirischen Seite
errichtet. Die genannten Kapellen sind heute noch Betstellen
für die Wallfahrer. Die Trattenbacher Kapelle ist leider
verfallen und wurde abgetragen; das Marienbild aus dieser Kapelle
ist aber noch erhalten und im Spitaler Felsbildermuseum
ausgestellt. Es stammt wahrscheinlich aus der Zeit um 1730.
Die meisten Kapellen haben den gleichen Grundriss; es befinden sich
einige Sitzbänke darin und meist ein barockes Abschlussgitter.
Sämtliche dieser Abschlussgitter wurden vom Spitaler Schmid
Andreas Ferdinand Lindermayr angefertigt.
Der Wallfahrtsweg steigt vom Spitaler Ortsteil
Grünau stetig an bis zum Arlingsattel auf 1.425 Meter
Seehöhe. Auf dem Arlingsattel steht der Windischgarstner
Bildstock, der auf den erwähnten Brand verweist. Vom
Arlingsattel geht es auf der steirischen Seite ein Stück etwas
steiler in Serpentinen hinunter bis zum Angeralmboden, wo bei einer
großen Fichte Mittag gehalten wurde. Der Baum heißt heute
deshalb immer noch „Mittagsfeicht´n“. Daneben
befindet sich eine kleine Quelle; der hier entspringende Bach wird
als „Windischgarstner Bacherl“ bezeichnet. Der Weg
führt weiter zur Ardningalm und über einen mittlerweile
gut hergerichteten Güterweg hinunter in die Gemeinde
Ardning.
Im unteren Teil des Weges befindet sich die
Brandlkapelle. Hier konnten die Wallfahrer aus Oberösterreich
erstmals ihr Ziel, die Wallfahrtskirche Frauenberg, erblicken.
Vielleicht beteten sie hier deswegen den „freudenreichen
Rosenkranz“ als Dank dafür, dass das Ziel des
beschwerlichen Marsches in Sichtweite gerückt war. Ältere
Bewohner von Ardning wissen, dass neben der Brandkapelle ein
Brünnlein sprudelte, dessen Wasser als Augenheilwasser galt.
Schon mit müden Beinen erreichen die Pilger die 7. und letzte
Betstation vor der Wallfahrtskirche.
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