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In den Kriegsjahren holten die Anrainer von
Eßling vom so genannten "Salzbründl" Wasser zum
Erdäpfel sieden. Nachdem die alte Salzquelle fast in
Vergessenheit geraten war, fand man sie — Feuchtspuren
folgend — vor einigen Jahren wieder. Seither wurde immer
wieder überlegt, wie man dieses Salzwasser nutzbringend
verwerten könnte. Allmählich entstand die Idee, eine
kleine Gradieranlage und einen Salzlehrpfad zur Erinnerung an die
tausendjährige Salzvergangenheit von Hall anzulegen. Die erste
Erwähnung einer (bereits vorhandenen) Salzsiedepfanne bei
Admont stammt übrigens aus dem Jahre 931. Die Eröffnung
der neuen Gradieranlage fand am 25. Oktober 2004 statt.
Gradieranlagen dienten ursprünglich zur
Erhöhung der Grädigkeit der Sole bei der Salzgewinnung
aus Solequellen, indem man Salzwasser über Stroh- oder
Reisigwände rieseln ließ. Als man die wohltuende Wirkung
der fein zerstäubten Salzwassertröpfchen auf die Atemwege
beim Aufenthalt in Gradieranlagnen entdeckte, wurden solche
später auch ausschließlich zu therapeutischen Zwecken
errichtet. Die Kombination mit Tannenreisig wurde zuerst in Aussee
angewendet, wobei zusätzlich ätherische Öle
freigesetzt werden.
Nach Genehmigung des Naturschutzes wurde im
Sommer 2004 eine alte Holzknechthütte aus den
Dreißigerjahren von der Buchau in die Eßlingau umgestellt
und mit Lärchentrögen und Reisigständern
bestückt. Mittlerweile rieselt dort echtes Salzwasser
über Tannenreisig. Zur Sonnseite und dem rauschenden
Eßlingbach hin offen, vermittelt die mit Brettern gedeckte
Steildachhütte den Besuchern wohltuende Behaglichkeit.
Eine Dokumentation mit Auszügen aus
Urkunden, die sich auf das Thema „Salz in Hall“
bezieht, wurde bei der Eröffnung bei der Gradieranlage gezeigt
und soll in Zukunft in einem geeigneten Raum erhalten bleiben.
Die Gradieranlage ist jederzeit öffentlich
zugänglich. Es gibt keine festgesetzten Öffnungszeiten
bzw. Eintrittspreise.
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