Hochschoberrunde I - 6 Tage

Hochschoberrunde I © Osttirol Werbung

1. TAG

Vom Parkplatz beim Lucknerhaus (Kals am Großglockner) wandern wir über sonnenbeschienene blühende Bergwiesen bis hinauf zur Glorerhütte am Berger Törl, 2.642 m. Wer dem Tag mehr Erlebniswert verleihen will, der kann den wesentlich attraktiveren Hüttenanstieg über die Lucknerhütte und die Medelscharte wählen. Die 1 1/2 Stunden Mehraufwand lohnen sich auf jeden Fall. Der abenteuerliche Weg führt durch steile Felshänge (einige Stellen sind mit Stahlseilen gesichert) und bietet dabei ständig einen großartigen Blick auf den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner.

2. TAG

Von der Glorerhütte wandern wir zuerst leicht absteigend um das Kasteneck herum bis zum Peischlachtörl, 2.490 m. Von dort gelangen wir auf dem markierten „Fritz-Senders-Weg“ hinauf bis zum Tschadinsattel und erreichen zuletzt über unschwierige Blockhalden den Gipfel vom Bösen Weibl, 3.121 m, wo man einen prachtvollen Rundblick genießen kann — Dreitausender, wohin das Auge auch schaut. Über den NO-Hang steigen wir hinunter zum Kesselkeessattel, 2.926 m, wo sich die Gernot-Röhr-Biwakschachtel befindet — ein idealer Zufluchtsort bei einem Schlechtwetter-Einbruch. Der folgende rund 3 km lange Abstieg am „Wiener Höhenweg“ bis zur Elberfelder Hütte, 2.346 m, ist dann nur mehr ein genussvoller Ausklang. Nach diesem ausgefüllten Tag schmeckt das Essen in der Hütte doppelt gut und die Nachtruhe bringt einen tiefen, erholsamen Schlaf.

3. TAG

Bei dieser eher geruhsamen Etappe steht kein hoher Gipfel am Programm. Ein großartiges Landschaftserlebnis ist aber der Übergang über die Gößnitzscharte, 2.737 m, zur Lienzer Hütte. Der Weg verläuft zuerst unterhalb der mächtig aufragenden Felsgestalten der Klammerköpfe auf Schuttfeldern und Gletscherresten bis zur Scharte, wo das Gelände von rundgeschliffenen Felszonen geprägt ist. Etwas oberhalb davon steht das kleine Gößnitz- Biwak-Hüttl, ein willkommener Unterstand bei einem Wettersturz. Mit jedem Höhenmeter, den man weiter hinunterwandert, wird die Landschaft grüner und bei der Lienzer Hütte, 1.977 m, angekommen, sind die blumenübersäten Almmatten und letzten alten Lärchenbäume an der Waldgrenze des Debanttales eine wahre Augenweide. Die große Hütte lässt keinen Komfort vermissen und für den Rest des Tages, bietet der nur 10 Minuten entfernte Klettergarten doch noch etwas „Action“.

4. TAG

Gut ausgeruht kann nun der nächste Wander-Dreitausender in Angriff genommen werden. Nach einem 2 1/2- stündigen Aufstieg zur Mirnitzscharte, 2.743 m, geht es zuerst 150 Höhenmeter hinunter zu einem Steig, der über eine Felsstufe zum schattig gelegenen Barrenlesee hinaufführt. Von dort gelangen wir über eine weitere Steilstufe in die westl. Barreneckscharte und zuletzt über einen mäßig geneigten, steinbeladenen Rücken bis auf den Gipfel des Hohen Prijakt, 3.064 m. Hier sind wir besonders stolz, weil dieser Berg, von allen anderen Seiten betrachtet, unglaublich abweisend aussieht. Der Abstieg auf dem steinigen, treppenartigen Steig erfordert noch etwas Vorsicht, bis wir nach dieser anstrengenden Tagesetappe endlich in die Geborgenheit der Hochschoberhütte, 2.322 m, eintauchen können. Ein kräftiges Essen und eine behagliche Schlafstätte empfinden wir nach einem solchen Gipfelsieg als echte Belohnung.

5. TAG

Übers Leibnitztörl marschieren wir vorbei am malerisch gelegenen Gartlsee und nehmen den Steig hinauf zum Schobertörl, 2.905 m. Am Törl angekommen, sind es nur mehr 150 Höhenmeter auf einem steinigen Rücken bis hinauf zum Gipfelkreuz vom Debantgrat, 3.055 m – womit der dritte Dreitausender in dieser Bergwoche gelungen wäre. Der folgende Abstieg ins Ralftal zur Lesachalmhütte beginnt mit einer Querung oberhalb des Moränenrandes vom kleinen Schoberkees. In der Folge wandern wir auf einem markierten Steig durch das ganze Tal hinaus, bis wir unterhalb der Waldgrenze die Almzone erreichen. Von den zahlreichen Hütten, die sich dort befinden, ist nur die private Lesachalmhütte, 1.828 m, als Jausenstation bewirtschaftet. Sie bietet auch die Übernachtungsmöglichkeit für die zufriedenen Bergsteiger, die diese lange Tagesetappe im Nahbereich des Hochschobers bewältigt haben.

6.TAG

Zum Abschluss der Hochschober-Runde verbleibt nur mehr die 3 1/2-stündige Wanderung über den Lesacher- Riegel (vorbei an der Lesach-Riegel-Hütte, 2.120 m) zurück zum Lucknerhaus. Der Ausblick auf die Bergriesen der Schobergruppe und zum nahen Großglockner ist atemberaubend. Da bleibt man immer wieder stehen und muss sich zusammennehmen, um nicht Unmengen von Fotos zu schießen. Wer noch 2 1/2 Stunden zusätzlich Zeit hat, der sollte noch den Abstecher auf die Schönleitenspitze, 2.810 m, einplanen. Von dort genießt man einen unvergleichlichen Panorama-Rundblick über mehr als 100 Dreitausender von Osttirol. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wohl jeder, der diese 6-tägige Hochschoberrunde mit drei schönen Dreitausendergipfeln bewältigt hat, noch lange von den starken Eindrücken zehren wird.

Quelle: Nationalpark Hohe Tauern Osttirol
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