Mitte des 12. Jahrhunderts wurde
das Prämonstratenser-Chorherrenstift Geras gegründet, das
seine Entstehung der Stiftung des Grafen Ulrich von Pernegg
verdankt.
Während sich die Chorherren im Stift Geras
niederließen wurden zur gleichen Zeit Chorfrauen zur 10 km
entfernten Burg Pernegg berufen. Auf diese Weise entstand ein
Doppelkloster unter dem Orden der Prämonstratenser.
Aufgrund mehrfacher Zerstörung
präsentiert sich das von zahlreichen Fischteichen umgebene
Stift heute im Wesentlichen im barocken Stil. Joseph
Munggenast zeichnete als Baumeister für den Neubau
verantwortlich. Besonders sehenswert ist der Marmorsaal, der
mit barocken Fresken von Paul Troger ausgestattet ist.
STIFTSKIRCHE UND
KAPELLE
Auch die Stiftskirche wurde barockisiert, weist
aber noch eine romanische Grundfeste und teilweise gotische
Bauteile auf. Der Kircheninnenraum präsentiert sich in einer
farbenfrohen Vielfalt aus barockem Stuck, Stuckmarmor und
Fresken. Das Altargemälde im rechten Seitenschiff und die
Deckenfresken stammen von Schülern des großen barocken
Meisters Paul Troger.
Auf dem Platz vor dem Eingang zur Kirche steht
eine Kapelle mit moderner, schlichter Einrichtung. Sie ist
dem ehemaligen Prämonstratenser Jakob Kern gewidmet,
der wegen seines unerschütterlichen Glaubens, trotz schwerer
Kriegsverletzung, selig gesprochen wurde.
STIFTSHOTEL UND
MAIERHOF
Der ehemalige Getreidespeicher, der
„alte Schüttkasten“, ist heute ein Hotel
und Stiftsrestaurant. Auch im alten Maierhof, einem in sich
abgeschlossenen Stiftsgebäude, befinden sich Gästezimmer.
Außerdem sind hier ein Atelier und ein Keramikraum
untergebracht, die für Kunstkurse genützt werden.
Diesen laufend angebotenen Kursen verdankt das Stift seinen hohen
Bekanntheitsgrad in ganz Europa.
KRÄUTERGARTEN
Mit der Sonderausstellung zur
Geschichte der klösterlichen Pflanzenheilkunde wird das
Lebenswerk des Kräuterpfarrers Weidinger, selbst einst
Chorherr des Stiftes, in einzigartiger Weise gewürdigt. Im
klösterlichen Kräutergarten wachsen über 100
Heil-, Gewürz- und Zierpflanzen. Daneben werden in den
Prunkräumen des Stiftes einige wertvolle Herbarien sowie
Bücher zum Thema Heilkunde und verschiedene Heilbehelfe
vorgestellt.
Sehenswert ist auch der zum Stift gehörende
Naturpark mit
Streichelzoo und Tierpark.