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Der Lungauer- und der Steirische Klafferkessel
mit ihren vielen klaren Bergseen zählen wohl zu den
schönsten und bekanntesten Wanderzielen in den Niederen
Tauern. Der Steirische, auf der dem Lungau abgewandten Seite des
Tauernkammes, oberhalb von Schladming im Ennstal, wird auch das
Herz der Schladminger Tauern genannt.
Wir beginnen unsere Wanderung bei der Jausenstation
Laßhoferhütte im Lessachtal, die wir entweder zu Fuß
über eine Mautstraße mit dem eigenen Auto, oder mit dem
Tälerbus von Tamsweg (von Lessach weiter nach Voranmeldung und
ab zwei Personen unter Tel. 06484-209 mit dem elektrobetriebenen
Sonnybus) erreichen. Eine Forststraße führt uns entlang
des Lessachbaches, der weite Schleifen durch das Trogtal zieht. Im
Moosboden des Fichtenwaldes wächst eine nur 15 cm hohe
Besonderheit, das Einblütige Wintergrün. Diese Pflanze
besitzt, wie der Name schon sagt, eine einzige, auffällige,
etwa 2 cm große, weiße, leicht nickende Blüte.
Rechterhand mündet der von den gleichnamigen Seen kommende
Landschitzbach.
Auf unserer Schotterstraße wandern wir sanft bergan Richtung
Hinteralmen, die im Talkessel am Ende des Lessachtales liegen.
Neben dem Weg entspringen kleine Quellen, deren Wasser sich
romantisch durch den lichten, unterwuchsreichen Nadelwald
schlängeln und bald in den Lessachbach münden. Direkt vor
uns erheben sich die Gipfel der Pöllerhöhe und des
Großen Gangl. Wir passieren zwei Almhütten der Unteren
Gamsen-Alm und queren auf einer Holzbrücke den Zwerfenbergbach
mit seinem breiten Schotterbett.
Hier zweigt - nach etwa 45 Minuten Gehzeit - rechts unser Steig
Richtung Klafferkessel ab. Der Weg geradeaus weiter, würde uns
zu den Hütten der Hinteralm bringen, von wo aus der Pfad zum
kleinen Gralatisee emporsteigt. Auf einer uralten Lärche
findet sich bald ein Wegweiser. Durch Lärchen-Fichtenwald
steigen wir vorerst sanft bergan. Kurz öffnet sich hinter uns
der Blick in den Kessel am Ende des Lessachtales vor dem
Hintergrund des Hochgollings. Der 2863 m hohe Berg steht hier mit
seinen felsigen Flanken alleine und mächtig über dem Tal.
Der Wald wird jetzt niederwüchsiger und verzahnt sich
zusehends mit Latschen, Grünerlen und wacholderbestandenen
Weidebereichen, vorbei an einem kleinen Wasserfall des
Zwerfenbergbaches, der rechts unter uns rauscht, zieht der Pfad in
kleinen Serpentinen zügig bergan. Rechts in einer Felsschlucht
können wir die Fontänen eines weiteren Wasserfalls sehen,
die zusammen mit dem lauten Rauschen des Wassers, die
Schönheit und auch die Gewalt des Falles erahnen lassen.
Wenige Meter ist unser Pfad über Felsplatten mit einem Seil
gesichert, die Stelle ist aber unschwer zu bewältigen. Jetzt
betreten wir eine Hochebene, die uns sanft bergan bis unterhalb der
Breiten Scharte bringen wird. Zwergstrauchheide und Magerweide
bedecken mosaikartig das Hochtal. Nach insgesamt etwa 2 Stunden
Marsch gelangen wir zur Oberen Gamsenalm. Hinter der Alm
können wir uns bei einem Holzbrunnen laben. Immer wieder
erfreut uns der Zwerfenbergbach mit Wasserfällen, Kaskaden und
Tümpeln. Nach einer kleinen Geländestufe, deren viele es
hier im Hochtal gibt, wandern wir an der verfallenen Zwerfenbergalm
vorbei. Die Natur erobert hier die alten, steinernen Grundmauern
zurück, der Hüttenboden ist bereits wieder mit Gras
bewachsen. Schließlich erfüllt eine breite, in mehrere
Arme geteilte Bachlandschaft, den Großteil des
Hochtales.
Am linken Talbereich entlang wandernd, erreichen wir den
Zwerfenberg-See im Lungauer Klafferkessel. Wenn wir Glück
haben, spiegeln sich nun die umliegenden Gipfel im Wasser des
herrlichen Bergsees, an dessen linkem Ufer wir jetzt weiterwandern.
Vor uns erhebt sich das schroffe, 2702 m hohe Waldhorn, auf seiner
linken Schulter sehen wir das Waldhorntörl. Noch ein
Stück weiter links liegt die Breite Scharte, auf die wir
zugehen. Bald lassen wir das Gewässer hinter uns und über
Blockhalden und durch Magerweiden geht es in einer halben Stunde
zum Angersee.
Jetzt zweigt links der Weg über eine Grobblockhalde zur
Breiten Scharte ab. Hier sollten wir genau auf die Markierung
achten. Nach insgesamt etwa 4 Stunden Gehzeit, belohnt der Blick in
den Steirischen Klafferkessel die Mühe. Direkt unter uns
breiten sich drei seiner vielen Seen aus: der große Obere
Klaffersee und dahinter zwei kleinere Seen. In der Ferne
können wir die Dachsteinsüdwand und links davon die
Bischofsmütze erkennen. Sportliche Bergwanderer könnten
von der Breiten Scharte durch den Klafferkessel zum Riesachsee
absteigen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln über
Schladming und Radstadt ins Lungau zurückkehren. Wer
möchte, kann am Rückweg noch einen Abstecher zum
Waldhorntörl unternehmen, das vom Angersee in etwa 15 Minuten
erreichbar ist. Von dort oben lassen sich der Kapuzinersee und ein
weiterer kleiner Bergsee bewundern!
Quelle: LUNGAU - Wandern und Natur erleben, Ferienregion
Lungau
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