|
DIE GESCHICHTE DES
BERGBAUS IN DEN SCHLADMINGER TAUERN
Etwa 3000 Jahre v. Chr.
Prähistorische Menschen gewannen
vermutlich ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. mittels
Moränenbergbau Kupfererze. In Folge waren es vor allem
die Alpenkelten aber auch die Römer, die hier
Erzgewinnung und -verarbeitung betrieben. Einzelne
Ortsbezeichnungen lassen darauf schließen, dass im frühen
Mittelalter die eingewanderten Slawen den Bergbau
fortführten. Aufmerksame Wanderer finden noch heute Zeichen
von dieser längst vergangenen Bergbauepoche.
1250-1525 Kupfer- und Silberzeit
Vor allem das »Silber der Schladminger
Tauern« brachte große wirtschaftliche und politische
Gewinne. Motiviert vom Silberfieber - dem Münzmetall des
Mittelalters -, kaufte 1285 Herzog Albrecht I. von Salzburger
Adelsherren das "Dorf Schladming" zu einem sehr hohen Preis,
1322 wurde Schladming, als einer der bedeutendsten
Bergbauorte der Steiermark, zur Stadt erhoben. 1408 sorgte
der Schladminger Bergbrief für „Gesetzesordnung“:
Er enthielt umfassende Richtlinien für die Berggesetzgebung,
die in Folge internationale Bedeutung erlangte.
1525 leitete der Schladminger Bauern- und
Knappenaufstand eine neue Zeit ein. Die Stadt wurde im Zuge
dieser Ereignisse zerstört und ihre Mauern geschleift, auch
die Bergwerke kamen zum Stillstand.
Ab 1525
Der zerstörten Stadt, samt Umgebung, fehlte das
Geld für den Wiederaufbau der Bergwerke. Neue Gewerke -
Adelige und oberdeutsche Kaufherren - kauften sich in den
Kupfer- und Silberbergbau ein: Familie von Moosheim, Katzpeck
von Katzenstein, Weitmoser aus Gastein, Stift Admont u.a., sowie
die Fugger/Oberdeutschland, die Sitzinger/Nürnberg und die
Prantmayr/Augsburg. Zusehends verarmten jedoch die Abbaugebiete,
die Erträge aus den Gruben waren rückläufig.
1767 wurde das Berggericht aufgehoben.
Kobalt- und Nickelbergbau im 18. und 19
Jhdt.
Unter Kaiserin Maria Theresia erkannte
man den Wert von Kobalt und neue Kenntnisse ermöglichten von
1776 - 1818 dessen Gewinnung. Dem Montanisten Rudolf Ritter von
Gersdorff gelang 1824 die Reindarstellung von Nickel. Er kaufte
1832 die aufgelassenen Silber- und Kobaltgruben auf und schrieb mit
dem Abbau von Nickel eine Erfolgsgeschichte, die sein Enkel
Rudolf Flechner noch fortsetzen konnte. Mit der Entdeckung
großer Nickelvorkommen in Neukaledonien setzte ein enormer
Preisverfall ein und der Abbau musste 1876 eingestellt werden.
In früheren Zeiten stießen die
Bergknappen immer wieder auf Erze, die sie nur schwer vom
gesuchten Kupfer unterscheiden konnten und es gelang ihnen
nicht, daraus ein brauchbares Metall zu gewinnen. So glaubten sie,
dass kleine Berggeister, so genannte Nickel und Kobolde, die Erze
verzaubert und damit wertlos gemacht hätten. Erst viel
später erkannte man, dass diese Erze brauchbare Metalle
enthielten - doch den Namen der an die Bergkobolde erinnerte,
behielt man für Kobalt und Nickel bei.
Bergbau-Literatur: „Nickel im 19.
Jahrhundert“: die 70-seitige Broschüre ist im
Stadtmuseum Schladming erhältlich.
Quelle: Tourismusverband Schladming-Rohrmoos
|