Die Vorgeschichte dieser Kirche führt uns in die Geheimnisse
grauer Vorzeit. Der Überlieferung nach soll auf dem Felsen,
der heute das Fundament für die Kirche ist, einst eine
heidnische Opferstätte gewesen sein.
Die Anfänge der heutigen Kirche zum Hl. Leonhard sind erst zum
Beginn des 15. Jh. festzulegen. Der immer größer werdende
Reichtum des Stiftes
Spital am Pyhrn dürften ein erster Grund für den Bau
einer Filialkirche gewesen sein. Der ehemalige Bischof von Bamberg,
Friedrich von Aufseß, kam nach seiner Amtsniederlegung wieder
nach Spital am Pyhrn zurück und ließ 1435 mit dem Bau der
Oberkirche St. Leonhard beginnen. Sein Grabstein befindet sich in
der etwas später erbauten Unterkirche. Ober- und Unterkirche
sind mit zwei Wendeltreppen verbunden. Insgesamt kann eine Bauzeit
beider Kirchen von 50 Jahren angenommen werden. Später kamen
weitere Anbauten wie Sakristei, Stiegenaufgang und Westturm
hinzu.
In der „Leonhardikirche“ sind somit 4 Stilrichtungen
vertreten:
die Gotik im Bau und den Fresken der
Ober- und Unterkirche, die bei der Renovierung in den 70er Jahren
des letzten Jh. soweit wie möglich in ihre ursprüngliche
Gestalt zurückgeführt wurden und das herrliche
Netzrippengewölbe im Langhaus der Oberkirche
das Barock in den Bildern des bekannten
Malers „Kremser-Schmidt“, datiert Ende des 18.
Jh.
Renaissance und Rokoko in Teilen
der Innenausstattung
Der Friedhof für die Ortsbewohner
dürfte sich schon immer um den Felsen der Leonhardikirche
befunden haben. Aber erst Wolfgang Prugger ließ Mitte des 16.
Jh. eine Friedhofsmauer errichten. Zu seiner Zeit wurden in der
Kirche nur reformatorische Gottesdienste abgehalten.