Bärlauch Wanderungen

Ideal im April und Mai

Die ersten Wanderungen im Frühling begeistern nicht nur mit dem unverwechselbaren Duft der ersten Blüten und frischer Erde. Auch der Bärlauch grüßt zwischendurch immer wieder mit seinem knoblauchartigen Odeur.

Er bevorzugt zum Wachsen schattige Laubwälder und humusreiche Standorte, und dort verströmt er im Wald und am Wegesrand seinen unverwechselbaren Duft. Jedoch ist Vorsicht geboten: die Bärlauch Blätter und die hochgiftigen Blätter des Maiglöckchens unterscheidet nur der unverwechselbarer Duft. Die krautartige Pflanze blüht nur im April und Mai, und ist, obwohl sie eine Ganzjahrespflanze ist, hauptsächlich im Frühling zu finden. Bärlauch ist in der Küche als zartere Variante des Knoblauchs äußerst beliebt. Wer nicht extra ins Gourmetrestaurant will, um die Bärlauch-Suppe oder die Pasta mit dem Bärlauch-Pesto genießen zu können, der zaubert diese feinen Speisen einfach selbst – nach einer Bärlauch-Wanderung!

Bärlauch und Maiglöckchen: Verwechslungen möglich und leider gefährlich

Während der Blütezeit im Frühling lässt sich Bärlauch leicht identifizieren. Jedoch ist vor der Blüte, wenn die Bärlauch-Blätter am besten schmecken, Vorsicht geboten. Denn die Bärlauch-Blätter, die zu allerlei Leckereien verarbeitet werden, und die hochgiftigen Blätter des Maiglöckchens, der Herbstzeitlose (deren Blätter nur im Frühling sichtbar sind) und des gefleckten Aronstabes sehen sich leider zum Verwechseln ähnlich.

Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab sind:

  1. Der Geruch – Bärlauch-Blätter duften eindeutig nach Knoblauch! Zwischen den Fingern verreiben – nur was nach Knoblauch riecht, ist Bärlauch. Wenn kein Knoblauchgeruch entsteht: gründlich die Hände waschen, denn Maiglöckchen sind sehr giftig!
  2. Bärlauch-Blätter lassen sich übrigens sehr leicht verreiben, die von Herbstzeitlose und Maiglöckchen dagegen schwer bis gar nicht
  3. Die Blätter des Bärlauchs sind langstielig und wachsen einzeln, wenn auch dicht nebeneinander, in Rosettengruppen aus dem Boden.
  4. Maiglöckchen haben meist 2 oder 3 Grundblätter an kurzen Stielen, und die Herbstzeitlose bildet mehrere Blätter an einem Stängel aus.
  5. Der Stielansatz des Maiglöckchens ist rötlich, der des Bärlauchs nicht.
  6. Die Blätter des Bärlauchs knicken leicht ab, Maiglöckchen und Herbstzeitlose hingegen haben sehr biegsame, fast "gummiartige" Blätter.
  7. Der Bärlauch ist auf der Rückseite stumpf und weist deutliche Rippen auf, auch neigen die Blätter am Rand eher zu Wellung. Die Blätter der Herbstzeitlose haben auf der Rückseite keine deutlichen Rippen.

Hinweise zum Bärlauch-Sammeln: nur aus großen Beständen zurückhaltend und vorsichtig ernten!

Da der Bärlauch in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist, sollte man beim Sammeln zurückhaltend sein und berücksichtigen, dass sich die Pflanze nur langsam verbreitet. Einer der Gründe dafür ist, dass Bärlauch hauptsächlich mit Hilfe von fleißigen Ameisen vermehrt wird. Die Ameisen verschleppen dabei die kleinen fleischigen Anhängsel des Bärlauchs, auch Elaiosomen genannt, und tragen so zur Verbreitung bei. Da Bärlauch nicht genügend befruchtet wird, produzieren nur etwa 50% der Blüten fruchtbare Samen. Also: lieber weniger und dafür im nächsten Jahr wieder sammeln! Generell bitte nur in großen Beständen ernten und auch nur dort, wo es erlaubt ist. Von der einzelnen Blattrosette sollte man mindestens zwei Drittel stehen lassen, damit die Pflanze genug Blattmasse hat, um die Zeit bis zum nächsten Jahr zu überstehen.

Und damit wünscht Ihnen die Wandern.com Redaktion wunderschöne Wanderungen rund um den Bärlauch!

Zum Abschluss noch 2 beliebte Bärlauch Rezepte:

Bärlauch-Pesto:

Zutaten:

  • 125 Gramm Bärlauchblätter
  • 30 Gramm geriebener Parmesan
  • 50 Gramm Pinienkerne
  • 125 Ml Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

Bärlauch-Blätter gut waschen und in feine Streifen schneiden. Pinienkerne in der Pfanne leicht anrösten, bist sie goldbraun sind und wunderbar duften. Danach fein hacken und mit den Bärlauch Blättern vermischen, in einem Mörser miteinander verreiben. Olivenöl, Parmesan und Bärlauch-Pinienkern-Gemisch mit Olivenöl vermengen, gut verrühren. Salzen und pfeffern. Mit Olivenöl auffüllen und im Glas gut verschlossen und kühl aufbewahren.

Bärlauch-Aufstrich

Zutaten:

  • 1 Handvoll Bärlauch-Blätter
  • 250 Gramm Topfen/Quark
  • Salz, Pfeffer

Gewaschene Bärlauch-Blätter fein schneiden und im Mörser zerreiben. Danach in den Topfen/Quark einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf eine Scheibe Bauernbrot streichen – genießen.

Übrigens: Der Bärlauch verdankt seinen Namen tatsächlich den Bären, da er für diese oft die erste Mahlzeit nach dem langen Winterschlaf darstellte. Volkstümliche Namen des Bärlauchs sind auch: Hexenzwiebel, Hexenzwiefel, Waldknoblauch, wilder Knofel, Zigeunerlauch und Ramsen.

In der Pflanzendatenbank auf Wandern.com finden Sie weitere Informationen rund um den Bärlauch oder Allium ursinum.

Haben Sie ein besonderes Bärlauch Rezept, das Sie mit uns teilen möchten? Nur zu! Wir freuen uns auf kulinarische Neuheiten rund um den Bärlauch!

 

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Autor: Redaktion