Wanderregion: Kleinwalsertal

Wandern im Kleinwalsertal: klein aber oho!

Situiert im Nord-Osten des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg ist das Kleinwalsertal auf dem Straßenweg nur über Oberstdorf (Deutschland/Bayern) erreichbar,das restliche Österreich ist direkt nur zu Fuß oder mit einem Umweg über das Allgäu erreichbar.

Umgeben von Gipfeln ist das Kleinwalsertal ein wahres Wander- und Bergsteigerparadies. Mit einem Wanderwegenetz von mehr als 150 km ist es eine Besonderheit für Bergfans und Wanderfreunde, zahlreiche Almen und bewirtschaftete Hütten bieten wunderschöne Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Mit seinen rund 5000 Einwohnern erstreckt sich die Vorarlberger Wanderregion auf einer Fläche von 97 km², dabei ist es nur etwa 15 km lang und 6,5 km breit. Als drittgrößte Tourismusdestination Österreichs lockt das Kleinwalsertal jeden Sommer begeisterte Wanderfans, Bergfexe, Mountainbiker und Erholungssuchende an. Egal ob Familienwanderung, Bergtour oder Klettertour: die Gipfel und Wanderwege des Kleinwalsertales bieten Touren und Routen für jeden Geschmack und jede Kondition. 5 Bergbahnen helfen dabei beim Aufstieg. Für Ausdauerfans bietet sich die 5 Tages Walsertal Rundtour als  unvergessliches Bergerlebnis an.

Die Orte des Kleinwalsertales: Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad

Riezlern auf 1089 m am Talanfang gelegen, ist mit seinen Ortsteilen Wald, Schwende, Unterwestegg und Egg der größte Ort im Kleinwalsertal.  Er beheimatet auch das Gemeindeamt, das für alle vier Ortschaften zuständig ist (Gemeinde Mittelberg), die Pfarrkirche Maria Opferung, das Casino Kleinwalsertal und die Kanzelwandbahn.

Hirschegg auf 1122 m mit seinen Ortsteilen Au, Wäldele, Letze, Nebenwasser und Dürenboden erreicht man taleinwärts weiter auf der Walserstraße. Im Ortszentrum findet man hier die Pfarrkirche St. Anna, und direkt am Dorfplatz das Walserhaus. Dieses wird als Veranstaltungszentrum genutzt, aber auch die Walser Skiausstellung und die Bergschau1122 sind hier beheimatet.  In Hirschegg befinden sich die Ifen-Lifte und etwas am Berg erhöht die Evangelische Kreuzkirche.

Weiter auf der Walserstraße gelangt man nach Mittelberg auf 1215 m gelegen mit den Ortsteilen Tobel, Höfle, Schwendle, Stütze und Bödmen. Am höchsten Punkt des Ortes steht die Pfarrkirche St. Jodok mit dem ältesten Kirchturm des Kleinwalsertals. Ganz in der Nähe findet man hier die Walmendingerhornbahn.  Vom Schwendle aus gelangt man über Wanderwege ins Wildental und von Bödmen aus ins Gemsteltal.

Baad auf 1244 m ist der kleinste und gleichzeitig der höchst-gelegenste Ort im Kleinwalsertal. Von hier aus geht es nur noch zu Fuß weiter, da Baad völlig von Bergen umgeben ist. Für zahlreiche  Wanderungen in die umliegenden Täler wie etwa das Bärgunttal, Derratal oder Starzeltal ist Baad der Ausgangspunkt. Aus dem Bärguntbach, dem Derrabach und dem Durabach entspringt an diesem Ort die Breitach. Die Bergkirche St. Martin wurde etwas erhöht erbaut. Die einstige Schwefelquelle, die dem Ort den Namen gab, besteht heute leider nicht mehr.

Walsertaler Berge: die Nordwestliche und Südöstliche Region

Das Kleinwalsertal mit seinem Bergkranz liegt in den nördlichen Kalkalpen (Untergruppe Allgäuer Alpen), diese werden in die Nordwestlichen und Südöstlichen Walsertaler Berge unterteilt.

Nordwestliche Walsertaler Berge

Das Kleinwalsertal bildet die südliche Grenze der Nordwestlichen Walsertaler Berge, der Talzug von Oberstdorf über Rohrmoos nach Sibratsgfäll ist die nördliche Begrenzung. Am Üntschenpass grenzen die Nordwestlichen und die Südöstlichen Walsertaler Berge aneinander. Der höchste Berg ist der Hohe Ifen, 2.230 m. Dieser Berg ist zusammen mit dem benachbarten Gottesackerplateau auch die markanteste Erscheinung der Untergruppe. Gesteine aus der Kreidezeit bilden diese Gebirgsgruppe. Im Gegensatz dazu sind die übrigen Berge der Untergruppe aus Flysch aufgebaut. Dies ist ein Teil der südlichen Flyschzone der Allgäuer Alpen. Der Hohe Ifen und das Gottesackerplateau trennen die südliche von der nördlichen Flyschzone. Insofern bilden der Hohe Ifen und das Gottesackerplateau ein geologisches Fenster, in dem das nächstältere Gestein unter der Flyschdecke zum Vorschein komm

Südöstliche Walsertaler Berge

Die Untergruppe der Südöstlichen Walsertaler Berge wird im Norden vom Kleinwalsertal begrenzt. Im Osten und Südosten verlaufen das Stillachtal und das Rappenalpental. Das Üntschenjoch verbindet die Südöstlichen Walsertaler Berge mit den Nordwestlichen Walsertaler Bergen. Am Schrofenpass schließt sich der zentrale Hauptkamm der Allgäuer Alpen an. Der höchste Berg der Untergruppe ist der Große Widderstein, 2.536 m. In der Gruppe befinden sich das bekannte Wander- und Skigebiet Kanzelwand/Fellhorn sowie der Mindelheimer Klettersteig. Stark besuchten Gebieten wie am Fellhorn oder in der Umgebung der Mindelheimer Hütte stehen einsam gebliebene Gebiete gegenüber wie in den Bergen nordöstlich der Fiderescharte gegenüber. Das Fellhorn liegt in der südlichen Flyschzone der Allgäuer Alpen. Der Kamm vom Widderstein über die Schafalpenköpfe bis zum Griesgundkopf besteht aus Hauptdolomit (die sogennanten: „Walser Kerle“). Auch Lias-Gesteine gibt es in der Untergruppe, z. B. am Elfer.

Und für alle die schon von einzigartigen Wandertouren im Kleinwalsertal träumen, hier noch die Routenbeschreibung für den höchsten Gipfel: den Ifen und das Ifenplateau 2232 m

Anreise: Mit PKW oder Linienbus (Linie 5) von Riezlern zur Talstation Ifen - Parkplatz.

Ausgangspunkt: Bergstation der Sesselbahn Ifenhütte (1280-1600m)

Tourenbeschreibung Ifenplateau:

Von der Bergstation an der Ifenhütte (1600 Meter) führt der Weg in die Ifenmulde. Hier bis zum Wegabzweig an der einzigen Wasserquelle. Weiter auf der linken Seite und bald empor in mehreren Serpentinen zum drahtseilgesicherten Steig, der hinauf auf das Ifenplateau führt. Auf saftig grünen Wiesen erreicht man nach einer halben Stunde den Gipfel (2232 Meter). Gehzeit ca. 2 Stunden. Der Abstieg kann entweder wie der Aufstieg erfolgen oder ausgedehnt über die Ifersguntalpe und die Schwarzwasserhütte zurück zum Ausgangspunkt (Gesamtgehzeit 5 ½ Stunden). Für die Tour auf und über den Ifen ist dringend Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Alternativ Routen: Hahnenköpfle (2085m), Dauer 1 ½ Stunden bzw. Überquerung des Gottesackackerplateaus, Dauer 5 ½ Stunden

Rast/Einkehrmöglichkeiten:

Ifenhütte (1600m), Schwarzwasserhütte (1620m; ist die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Ifen-Gebiet)

 

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