Orientierungshilfen und Berechnung des Zeitaufwandes

Wie viel Zeit brauche ich fĂŒr meine Wanderung?

Plant man eine Tour in unbekanntes Gebiet, stellt sich natĂŒrlich die Frage: Wie finde ich den richtigen Weg? Aber nur keine Angst davor. Gerade das Erforschen von Neuland hat seinen besonderen Reiz.

Man wird zuerst einmal die Karte zur Hand nehmen und den Wegverlauf ermitteln. Dabei werden natĂŒrlich Zufahrtsmöglichkeiten und Wegnummer festgehalten. Mit Hilfe des WanderfĂŒhrers und der Wanderkarte studiert man die wesentlichen Merkmale der Tour wie die Steilheit einzelner Abschnitte, landschaftliche Höhepunkte, HĂŒtten, andere RĂŒckkehrmöglichkeiten und Höhenunterschiede.

Nun stellt sich die Frage des Zeitaufwandes. Findet man im FĂŒhrer keine Zeitangabe oder kombiniert man die Tour, gilt folgende Faustregel: Aus der Wanderkarte wird der Höhenunterschied ermittelt. Auf Grund dieser Daten berechnet man als mittlere Gehzeit:

  • bis zu einer Seehöhe von 2000 Metern: etwa 400 Höhenmeter in einer Stunde
  • 2000 bis 2500 Meter: ca. 350 Höhenmeter pro Stunde
  • 2500 bis 3000 Meter: ca. 300 Höhenmeter pro Stunde

Der Abfall ergibt sich durch die geĂ€nderten LuftverhĂ€ltnisse sowie durch die ErmĂŒdung bei anstrengenden Touren. Sind lĂ€ngere Horizontaldifferenzen mit wenig Steigung zurĂŒckzulegen, die aus den Schichtlinien der Wanderkarten gelesen werden können, ist das ĂŒbliche Zeitmaß von einer Viertelstunde pro Kilometer zusĂ€tzlich aufzurechnen. Etwa diese Maße sind auch den Zeitangaben zugrunde gelegt. Wird die Tour angetreten, so wird man an der Ausgangsstelle sicher einen Wegweiser antreffen. Die weitere Begleitung ĂŒbernimmt die Markierung des Weges. Dreistellige Nummern kennzeichnen grundsĂ€tzlich Hauptwege, zweistellige Nummern verweisen auf untergeordnete Wege. Die dreistellige Nummer mit der Endung "02", wie etwa 502, 602 und 702, sagt uns, dass wir uns auf einem Weitwanderweg befinden. Trotz stĂ€ndiger BemĂŒhung sind Markierungen jedoch nicht immer auf dem neuesten Stand, da sie speziell ĂŒber der Baumgrenze rasch verwittern.

Bestehen an einer Abzweigung einmal Zweifel ĂŒber den Weiterweg, nimmt man natĂŒrlich die Wanderkarte zu Hilfe. Sie soll immer mit dabei sein, denn sie ist auch bei der Gipfelrast unser bester Informant. Markierungen sind stets so angelegt, dass sie den besten Wegverlauf kennzeichnen. Scheinbar gĂŒnstige AbkĂŒrzungen und WegĂ€nderungen bringen selten einen Erfolg. Sie sollten schon der Umwelt zuliebe gemieden werden, da sie zwangslĂ€ufig zur Ausbildung von unerwĂŒnschten WegverlĂ€ufen fĂŒhren.

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Quelle: WanderfĂŒhrer Dachstein-Tauern, 7. Auflage 2003/2004